APT-Gruppe attackiert gezielt Diplomaten

Eset_News
Anzeige

Beitrag teilen

Neue APT-Gruppe nimmt gezielt Diplomaten ins Visier: ESET Forscher haben Aktivitäten der Hackergruppe in Europa, Asien und Afrika verfolgt und analysiert.

ESET Forscher haben eine neue APT-Gruppe namens BackdoorDiplomacy entdeckt. Die Hacker haben es vor allem auf Außenministerien im Nahen Osten und in Afrika abgesehen. Hierbei sind sie aber auch in Deutschland und Österreich aktiv geworden.

Anzeige

Auch Aktivitäten in Deutschland

Ihre Angriffe beginnen in der Regel mit dem Ausnutzen von verwundbaren Anwendungen auf Webservern, um eine benutzerdefinierte Backdoor zu installieren, die ESET Turian nennt. Ihre Ergebnisse haben die Forscher des europäischen IT-Sicherheitsherstellers online auf WeliveSecurity veröffentlicht. „BackdoorDiplomacy teilt Taktiken, Techniken und Verfahren mit anderen Gruppen aus Asien. Die eingesetzte Malware Turian stellt wohl eine Weiterentwicklung von Quarian dar. Das Schadprogramm wurde 2013 bei Angriffen auf diplomatische Ziele in Syrien und den USA eingesetzt“, sagt Jean-Ian Boutin, Head of Threat Research bei ESET. Zusammen mit Adam Burgher, Senior Threat Intelligence Analyst bei ESET, hat er an diesen Untersuchungen gearbeitet.

Ziele auch in Europa

Opfer der APT-Gruppe BackdoorDiplomacy waren Außenministerien mehrerer afrikanischer Länder ebenso Einrichtungen in Europa, dem Nahen Osten und Asien. Weitere Ziele sind Telekommunikationsunternehmen und mindestens eine Wohltätigkeitsorganisation. In jedem dieser Fälle setzten die Angreifer ähnliche Taktiken, Techniken und Prozeduren (TTPs) ein. Sie modifizierten jedoch die verwendeten Tools, sogar innerhalb enger geografischer Regionen, was die Verfolgung der Gruppe wahrscheinlich erschweren sollte.

Anzeige

Windows- und Linux-Systeme werden attackiert

Die BackdoorDiplomacy agiert plattformübergreifend. Sowohl Windows- als auch Linux-Systeme werden von der Gruppe angegriffen. Dabei haben es die Hacker gezielt auf Server mit offenen Ports im Internet abgesehen. Hierbei nutzen sie nach Erkenntnissen der ESET Forscher unzureichende Sicherheitsvorkehrungen beim Hochladen von Dateien oder ungepatchte Schwachstellen aus.

Ein Teil der Opfer wurde mit speziellen Programmen zur Datensammlung angegriffen, die nach Wechseldatenträgern auf den Systemen suchen. Bei Erkennung eines Laufwerks werden alle darauf befindlichen Dateien in ein kennwortgeschütztes Archiv kopiert. BackdoorDiplomacy ist in der Lage, die Systeminformationen des Opfers zu stehlen, Screenshots zu erstellen sowie Dateien zu schreiben, zu verschieben oder zu löschen.

Mehr bei ESET.com

 


Über ESET

ESET ist ein europäisches Unternehmen mit Hauptsitz in Bratislava (Slowakei). Seit 1987 entwickelt ESET preisgekrönte Sicherheits-Software, die bereits über 100 Millionen Benutzern hilft, sichere Technologien zu genießen. Das breite Portfolio an Sicherheitsprodukten deckt alle gängigen Plattformen ab und bietet Unternehmen und Verbrauchern weltweit die perfekte Balance zwischen Leistung und proaktivem Schutz. Das Unternehmen verfügt über ein globales Vertriebsnetz in über 180 Ländern und Niederlassungen in Jena, San Diego, Singapur und Buenos Aires. Für weitere Informationen besuchen Sie www.eset.de oder folgen uns auf LinkedIn, Facebook und Twitter.


 

Passende Artikel zum Thema

Entspannung beim Fachkräftemangel in der IT-Sicherheit

Die Welt steht still, so scheint es, doch der Schein trügt. Wie für so viele IT-Themen gehören auch Managed Security ➡ Weiterlesen

Forscher decken Angriffe auf europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzerne auf

ESET-Forscher decken gezielte Angriffe gegen hochkarätige europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzerne auf. Gemeinsame Untersuchung in Zusammenarbeit mit zwei der betroffenen europäischen Unternehmen ➡ Weiterlesen

Trends und Tipps zur Weiterentwicklung moderner CISOs

Kudelski Security, die Cybersicherheitsabteilung der Kudelski-Gruppe, veröffentlicht ihr neues Forschungspapier zum Cybergeschäft "Building the Future of Security Leadership"(Aufbau künftiger Sicherheitsexperten). ➡ Weiterlesen

Java-Malware kopiert Passwörter

G Data-Forscher decken auf: Java-Malware kopiert Passwörter und ermöglicht auch noch die Fernsteuerung via RDP. Eine in Java entwickelte neu ➡ Weiterlesen

Vertrauen auf VPN für den sicheren Zugriff

SANS Institute, ein Anbieter von Cybersicherheitsschulungen und -zertifizierungen, stellt die Untersuchung „Remote Worker Poll“ zur Verbreitung von Home Office Security ➡ Weiterlesen

Hackergruppe gibt auf und veröffentlicht Schlüssel

Manchmal beschleicht wohl auch Hacker so etwas wie Reue oder ein schlechtes Gewissen und sie geben ihre schwarzen Hüte an ➡ Weiterlesen

Bösartige Chrome Extensions führen zum Datendiebstahl

Google Chrome Extensions und Communigal Communication Ltd. (Galcomm)-Domänen sind in einer Kampagne ausgenutzt worden, die darauf abzielt, Aktivitäten und Daten ➡ Weiterlesen

Mobiles Arbeiten: Faktencheck zeigt Notwendigkeit der Datenverschlüsselung

In Zeiten von Covid-19 wandert ein ganzes Land von einem Tag auf den anderen ins Home-Office – und mit ihnen ➡ Weiterlesen