Raccoon-Stealer nutzt auch Telegram für Crypto-Mining

Sophos News
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Sophos-Report: Weit verbreiteter Raccoon-Stealer nutzt auch Telegram für Crypto-Mining und Crypto-Diebstahl. Erstmals auch Chat-Dienst Telegram für die Befehls- und Kontrollkommunikation eingespannt.

Sophos hat die neue Studie „Trash Panda as a Service“ Raccoon-Stealer Steals Cookies, Cryptocoins and More“ veröffentlicht. Thema ist ein Stealer, der als Raubkopie getarnt Kryptowährungen und Informationen erbeutet und gleichzeitig schädliche Inhalte wie Kryptominer auf das Zielsystemen einschleust.

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„Da ein Großteil des täglichen und beruflichen Lebens heute von web-basierten Diensten abhängt, haben es Cyberkriminelle mit ihrer Malware zunehmend auf gespeicherte Web-Zugangsdaten abgesehen, denn diese bieten ihnen Zugriff auf viel mehr im Vergleich zu gestohlenen Passwort-Hashes“, sagt Sean Gallagher, Senior Threat Researcher bei Sophos.

Raccoon-Stealer nimmt auch Krypto-Wallets ins Visier

„Die von uns beobachtete Cybercrime-Kampagne zeigt, dass der Raccoon-Stealer sowohl Kennwörter und Cookies als auch Autofill-Texte von Websites stiehlt – einschließlich Kreditkartendaten und andere persönliche Informationen, die von einem Browser gespeichert werden können. Dank eines kürzlichen Updates der sogenannten Clipper-Malware, die Daten in der Zwischenablage oder die Zielinformationen für eine Kryptowährungstransaktion ändert, zielt Raccoon-Stealer jetzt auch auf Krypto-Wallets ab. Durch das Update lassen sich Systeme mit zusätzlicher Malware infizieren oder Dateien abrufen und laden. Das sind eine Menge Optionen, die Cyberkriminelle leicht zu Geld machen können – mit einem Dienst, der der sie lediglich 75 Dollar pro Woche an Miete kostet“, so Gallagher weiter.

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Telegram als neue und zusätzliche Taktik

Die Macher hinter Raccoon verschicken sogar Werbepost zu den Neuerungen des Stealer (Bild: Sophos).

Raccoon-Stealer wird normalerweise über Spam-E-Mails verbreitet. In der von Sophos untersuchten Angriffsserie wird er jedoch über Dropper verbreitet, den die Betreiber als gecrackte Software-Installationsprogramme getarnt haben. Dropper kombinieren den Raccoon-Stealer mit zusätzlichen Angriffswerkzeugen, darunter schädliche Browser-Erweiterungen, YouTube-Klickbetrug-Bots und Djvu/Stop, eine Ransomware, die vor allem Privatanwender im Visier hat. Die Kriminellen hinter der Raccoon-Stealer-Kampagne nutzten den Sophos-Forschungsergebnissen zufolge erstmals auch den Chat-Dienst Telegram für die Befehls- und Kontrollkommunikation.

Schutz für Unternehmen und Privatpersonen

Für Unternehmen empfiehlt Sophos, alle Konten von Online-Diensten für die Kommunikation und Zusammenarbeit am Arbeitsplatz durch Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) zu schützen. Zudem sollte sichergestellt sein, dass die Computer aller Mitarbeiter über einen aktuellen Malware-Schutz verfügen. Sophos Intercept X schützt Endpoints durch die Erkennung von Aktionen und Verhaltensweisen von Malware wie Raccoon-Stealer. Zudem überprüft die Security-Lösung den Speicher auf verdächtige Aktivitäten und schützt vor dateiloser Malware.

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Über Sophos

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