Von Angreifern verpatzte Ransomware-Attacken

Sophos News
Anzeige

Beitrag teilen

Skrupellos, organisiert, vernetzt: Ransomware ist längst kein Gelegenheitszeitvertreib gelangweilter Hacker:innen mehr, sondern ein kriminelles Geschäft mit hohen Um- und Einsätzen. Aber auch Cyberkriminelle sind am Ende nur Menschen, denen selbst perfekt geplante Ransomware-Angriffe mal missraten. Sophos nennt ein paar Pannen.

Eine typische Ransomware ist eine ausgefeilte, menschen-geführte Attacke, bei der die Eindringlinge oft mehrere Tage bis zu Wochen im Netzwerk verbleiben, bevor sie ihre Erpressungen starten. Während dieser Zeit bewegen sie sich durch das Netzwerk, stehlen Daten, installieren neue Tools, löschen Backups und noch vieles mehr.

Anzeige

Wenn Angreifer im Stress Fehler machen

Zu jedem Zeitpunkt könnte der Angriff dabei entdeckt und blockiert werden, und das stresst besonders die Cyberkriminellen, die via Tastatur die Attacke kontrollieren. Sie müssen Taktiken mitten im Einsatz ändern, oder für die geplante Malware-Einsätze einen zweiten Anlauf nehmen, wenn der erste scheitert. Dieser Druck kann zu Fehlern führen. Auch Cybergangster sind schlussendlich nur Menschen.

Das Sophos Rapid Response Team hat während seiner Analysen in der letzten Zeit mehrfach über verpatzte Ransomware-Attacken geschmunzelt. Hier die Top 5 der Ransomware-Pannen:

Anzeige

  • Die Avaddon-Gruppe, die von ihrem Opfer gebeten wurde, doch die eigenen Daten zu veröffentlichen – man könne einen Teil nicht wiederherstellen. Die Gruppe, zu dusselig zu verstehen, was ihr Opfer im Sinn hatte, machte die Ankündigung, Opferdaten zu veröffentlichen, wahr und das betroffene Unternehmen kam so wieder in den Besitz seiner Daten.
  • Die Maze-Angreifer:innen, die eine große Menge Daten von einem Unternehmen stahlen, nur um dann herauszufinden, dass diese unlesbar waren: bereits verschlüsselt von der DoppelPaymer Ransomware. Eine Woche vorher.
  • Die Conti-Spezialist:innen die ihre eigene, neu installierte Hintertür verschlüsselten. Sie hatten AnyDesk auf einem infizierten Rechner installiert, um sich Fernzugang zu sichern und rollten dann die Ransomware aus, die alles auf dem Gerät verschlüsselte. Natürlich auch AnyDesk.
  • Die Mount-Locker-Bande, die nicht verstehen konnte, warum ein Opfer sich weigerte zu zahlen, nachdem sie eine Stichprobe geleakt hatten. Warum auch? Die veröffentlichen Daten gehörten zu einer ganz anderen Firma.
  • Die Angreifer:innen, die die Konfigurations-Dateien für den FTP Server, den sie zur Datenexfiltration nutzten, zurückließen. Damit konnte sich das Opfer einloggen und die gestohlenen Daten sämtlich löschen.

„Die gegnerischen Pannen, die uns ins Auge fielen, sind ein Beweis dafür, wie überfüllt und kommerzialisiert die Ransomware-Landschaft mittlerweile ist“, sagt Peter Mackenzie, Manager des Sophos Rapid Response Teams. „Als Ergebnis dieses Trends findet man verschiedene Angreifer:innen, die das gleiche potenzielle Opfer anvisieren. Rechnet man den Druck der von Sicherheitssoftware und Incident Respondern ausgeht, dazu, ist es verständlich, dass die Attacken fehleranfällig werden.“

Mehr bei Sophos.com

 


Über Sophos

Mehr als 100 Millionen Anwender in 150 Ländern vertrauen auf Sophos. Wir bieten den besten Schutz vor komplexen IT-Bedrohungen und Datenverlusten. Unsere umfassenden Sicherheitslösungen sind einfach bereitzustellen, zu bedienen und zu verwalten. Dabei bieten sie die branchenweit niedrigste Total Cost of Ownership. Das Angebot von Sophos umfasst preisgekrönte Verschlüsselungslösungen, Sicherheitslösungen für Endpoints, Netzwerke, mobile Geräte, E-Mails und Web. Dazu kommt Unterstützung aus den SophosLabs, unserem weltweiten Netzwerk eigener Analysezentren. Die Sophos Hauptsitze sind in Boston, USA, und Oxford, UK.


 

Passende Artikel zum Thema

70 Prozent mehr Phishing-Attacken

Pandemische Ausmaße: Weltweit 70 Prozent mehr Phishing-Attacken im Homeoffice laut Sophos Phishing Insights Report 2021. Während der Pandemie musste die ➡ Weiterlesen

Privatleute und KMU als beliebtes Ziel von Ransomware

Die Erpressungssoftware, die es nicht in die Schlagzeilen schafft: Privatleute als beliebtes Ziel von Ransomware – und 10 Tipps wie man ➡ Weiterlesen

Ransomware-as-a-Service: BlackMatter

Ransomware-as-a-Service: BlackMatter tritt aus dem DarkSide-Schatten. In einer neuen Analyse geben die Experten der SophosLabs einen Einblick in die Ransomware BlackMatter. ➡ Weiterlesen

Sophos schließt Lücke zwischen DevOps und Cybersicherheit

Sophos übernimmt Refactr und optimiert seine Managed-Threat-Response- sowie Extended-Detection-and-Response-Lösungen mit Security-Operation-Automation-and-Response-Funktionen (SOAR). Somit wird die Lücke zwischen DevOps und Cybersicherheit ➡ Weiterlesen