Cybergangster im Schnitt 11 Tage unentdeckt in Netzwerken

Cybergangster im Schnitt 11 Tage unentdeckt in Netzwerken
Anzeige

Beitrag teilen

Neuer Sophos Incident-Response-Almanach: Cybergangster verweilen durchschnittlich 11 Tage lang unentdeckt in Netzwerken. Sophos veröffentlicht neues „Active Adversary Playbook 2021“ mit Telemetriedaten seines MTR- und Rapid-Response-Teams: Hacker verwendeten mehr als 400 unterschiedliche Tools und Techniken, in 81 Prozent der Vorfälle war Ransomware im Spiel und in 69 Prozent der Angriffe wurde das Remote-Desktop-Protokoll (RDP) für Schleichfahrten verwendet.

Sophos hat sein “Active Adversary Playbook 2021“ veröffentlicht. Hierin werden das Verhalten sowie Tools, Techniken und Verfahren (TTPs) der Angreifer beschrieben, wie die Sophos-Bedrohungsjäger und -analysten sie im Jahr 2020 bis einschließlich Frühjahr 2021 beobachten konnten. Das Playbook basiert dabei auf Telemetriedaten sowie 81 Untersuchungen konkreter Vorfälle durch das Sophos Managed Threat Response (MTR)-Team sowie das Sophos Rapid-Response-Team. Ziel des neuen Almanachs ist es, Sicherheitsteams dabei zu unterstützen, Angriffstaktiken besser zu verstehen sowie schädliche Aktivitäten in Netzwerken effektiver zu erkennen und abzuwehren.

Anzeige
Sophps Playbook 2021 Angriffsmuster

Ausgewertete Angriffstaktiken aus dem Sopho sActive Adversary Playbook 2021 (Bild: Sophos).

Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass die Angreifer vor der Entdeckung durchschnittlich elf Tage im Netzwerk verweilten, der längste unentdeckte Einbruch dauerte sogar 15 Monate. In 81 Prozent der Vorfälle war Ransomware im Spiel und in 69 Prozent der Angriffe wurde das Remote-Desktop-Protokoll (RDP) für die laterale Infiltrierung des Netzwerks genutzt.

Die wichtigsten Erkenntnissen des Reports

Die durchschnittliche Verweildauer der Angreifer vor der Entdeckung betrug 11 Tage

Um dies in einen Kontext zu setzen: elf Tage bieten Angreifern potenziell 264 Stunden für kriminelle Aktivitäten wie Zugangsdatendiebstahl oder Datenexfiltration. In Anbetracht dessen, dass einige dieser Aktivitäten nur wenige Minuten oder Stunden in Anspruch nehmen, sind 11 Tage unendlich viel Zeit, um im Netzwerk eines Unternehmens Schaden anzurichten. Ausnahme: Angriffe mit traditioneller Ransomware zeigten in der Regel eine kürzere Verweildauer, da es hierbei nur um Zerstörung geht.

Anzeige

Jetzt Newsletter abonnieren

Einmal im Monat die besten News von B2B CYBER SECURITY lesen



Mit Klick auf „Anmelden“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Nach dem Anmelden erhalten Sie zuerst eine Bestätigungsmail, damit keine anderen Personen Ihnen etwas ungewolltes bestellen können.
Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Sie können jederzeit den Newsletter wieder abbestellen. Einen entsprechenden Link finden Sie im Newsletter. Nach einer Abmeldung werden Ihre Daten in kürzester Zeit gelöscht. Eine Wiederherstellung ist nicht möglich. Falls Sie den Newsletter erneut haben möchten, ordern sie diesen einfach neu. Verfahren Sie auch so, wenn Sie eine andere E-Mail-Adresse für Ihren Newsletter nutzen möchten. Wenn Sie den auf der Website angebotenen Newsletter beziehen möchten, benötigen wir von Ihnen eine E-Mail-Adresse sowie Informationen, welche uns die Überprüfung gestatten, dass Sie der Inhaber der angegebenen E-Mail-Adresse und mit dem Empfang des Newsletters einverstanden sind. Weitere Daten werden nicht bzw. nur auf freiwilliger Basis erhoben. Für die Abwicklung der Newsletter nutzen wir Newsletterdiensteanbieter, die nachfolgend beschrieben werden.

CleverReach

Diese Website nutzt CleverReach für den Versand von Newslettern. Anbieter ist die CleverReach GmbH & Co. KG, Schafjückenweg 2, 26180 Rastede, Deutschland (nachfolgend „CleverReach“). CleverReach ist ein Dienst, mit dem der Newsletterversand organisiert und analysiert werden kann. Die von Ihnen zwecks Newsletterbezug eingegebenen Daten (z. B. E-Mail-Adresse) werden auf den Servern von CleverReach in Deutschland bzw. Irland gespeichert. Unsere mit CleverReach versandten Newsletter ermöglichen uns die Analyse des Verhaltens der Newsletterempfänger. Hierbei kann u. a. analysiert werden, wie viele Empfänger die Newsletternachricht geöffnet haben und wie oft welcher Link im Newsletter angeklickt wurde. Mit Hilfe des sogenannten Conversion-Trackings kann außerdem analysiert werden, ob nach Anklicken des Links im Newsletter eine vorab definierte Aktion (z. B. Kauf eines Produkts auf dieser Website) erfolgt ist. Weitere Informationen zur Datenanalyse durch CleverReach-Newsletter erhalten Sie unter: https://www.cleverreach.com/de/funktionen/reporting-und-tracking/. Die Datenverarbeitung erfolgt auf Grundlage Ihrer Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO). Sie können diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem Sie den Newsletter abbestellen. Die Rechtmäßigkeit der bereits erfolgten Datenverarbeitungsvorgänge bleibt vom Widerruf unberührt. Wenn Sie keine Analyse durch CleverReach wollen, müssen Sie den Newsletter abbestellen. Hierfür stellen wir in jeder Newsletternachricht einen entsprechenden Link zur Verfügung. Die von Ihnen zum Zwecke des Newsletter-Bezugs bei uns hinterlegten Daten werden von uns bis zu Ihrer Austragung aus dem Newsletter bei uns bzw. dem Newsletterdiensteanbieter gespeichert und nach der Abbestellung des Newsletters aus der Newsletterverteilerliste gelöscht. Daten, die zu anderen Zwecken bei uns gespeichert wurden, bleiben hiervon unberührt. Nach Ihrer Austragung aus der Newsletterverteilerliste wird Ihre E-Mail-Adresse bei uns bzw. dem Newsletterdiensteanbieter ggf. in einer Blacklist gespeichert, sofern dies zur Verhinderung künftiger Mailings erforderlich ist. Die Daten aus der Blacklist werden nur für diesen Zweck verwendet und nicht mit anderen Daten zusammengeführt. Dies dient sowohl Ihrem Interesse als auch unserem Interesse an der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben beim Versand von Newslettern (berechtigtes Interesse im Sinne des Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO). Die Speicherung in der Blacklist ist zeitlich nicht befristet. Sie können der Speicherung widersprechen, sofern Ihre Interessen unser berechtigtes Interesse überwiegen. Näheres entnehmen Sie den Datenschutzbestimmungen von CleverReach unter: https://www.cleverreach.com/de/datenschutz/.

Auftragsverarbeitung

Wir haben einen Vertrag über Auftragsverarbeitung (AVV) zur Nutzung des oben genannten Dienstes geschlossen. Hierbei handelt es sich um einen datenschutzrechtlich vorgeschriebenen Vertrag, der gewährleistet, dass dieser die personenbezogenen Daten unserer Websitebesucher nur nach unseren Weisungen und unter Einhaltung der DSGVO verarbeitet.

Bei 90% der untersuchten Angriffe spielte das Remote Desktop Protocol (RDP) eine Rolle

Zusätzlich nutzten die Angreifer in 69 Prozent aller Fälle RDP für das unerkannte Bewegen im Netzwerk. Sicherheitsmaßnahmen für RDP wie VPNs oder Multifaktor-Authentifizierung konzentrieren sich in der Regel auf den Schutz des externen Zugriffs. Sie funktionieren jedoch nicht, wenn sich der Angreifer bereits innerhalb des Netzwerks befindet. In der Folge setzen Angreifer bei aktiven, tastaturgesteuerten Angriffen, z.B. mit Ransomware, RDP zur Infiltrierung eines Systems immer häufiger ein..

Unter den fünf am häufigsten genutzten Tools zeigen sich interessante Zusammenhänge

Wenn zum Beispiel PowerShell in einem Angriff verwendet wird, ist auch Cobalt Strike in 58 Prozent der Fälle, PsExec in 49 Prozent, Mimikatz in 33 Prozent und GMER in 19 Prozent mit von der Partie. Cobalt Strike und PsExec werden in 27 Prozent der Angriffe zusammen verwendet, während Mimikatz und PsExec in 31 Prozent der Angriffe gemeinsam auftreten. Schließlich tritt die Kombination aus Cobalt Strike, PowerShell und PsExec in 12 Prozent aller Angriffe auf. Solche Korrelationen sind wichtig, da ihre Erkennung als Frühwarnung eines bevorstehenden Angriffs dienen oder das Vorhandensein eines aktiven Angriffs bestätigen kann.

Ransomware war in 81 Prozent der von Sophos untersuchten Angriffe involviert

Erst die tatsächliche Ransomware-Aktivierung ist oft der Moment, an dem ein Angriff für ein IT-Sicherheitsteam erstmals sichtbar wird. Wenig überraschend ist also, dass die überwiegende Mehrheit der durch Sophos dokumentierten Vorfälle Ransomware betraf. Zu den anderen Angriffstypen gehörten u.a. reine Datenexfiltration, Cryptominer, Banking-Trojaner sowie Pen-Test-Attacken.

Gut und Böse sind nicht immer leicht zu unterscheiden

Sophps Playbook 2021 Auswertungen

Active Adversary Playbook 2021: wichtige Erkenntnisse aus dem Sophos Report (Bild: Sophos).

„Die Bedrohungslandschaft wird immer unübersichtlicher und komplexer. Die Cyberkriminellen starten ihre Angriffe mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten und Ressourcen, von Skript-Kiddies bis hin zu staatlich unterstützten Hackergruppen. Das macht die Arbeit für Verteidiger schwierig“, sagt John Shier, Senior Security Advisor bei Sophos. „Im letzten Jahr hat unser Incident-Response-Team geholfen, Angriffe zu neutralisieren, die von verschiedensten Angriffsgruppen mit mehr als 400 verschiedenen Tools durchgeführt wurden.“

Viele dieser Tools werden auch von IT-Administratoren und Sicherheitsexperten für ihre täglichen Aufgaben verwendet und es ist eine Herausforderung, rechtzeitig den Unterschied zwischen gutartigen und bösartigen Aktivitäten auszumachen. Besonders vor dem Hintergrund, dass Angreifer ihre Aktivitäten im Durchschnitt elf Tage im Netzwerk durchführen, während sie sich in die routinemäßigen IT-Aktivitäten einmischen, ist es laut Shier wichtig, dass Verteidiger die Warnzeichen kennen, auf die sie achten und denen sie nachgehen müssen. So sollte beispielsweise Alarmstufe Rot herrschen, wenn ein legitimes Tool oder eine bekannte Aktivität an einem unerwarteten Ort oder zu einer außergewöhnlichen Zeit entdeckt wird. Shier weiter: „Technologie kann heutzutage viel bewirken, aber in der aktuellen Bedrohungslandschaft sind menschliche Erfahrung und die Fähigkeit, individuell zu reagieren, ein wichtiger Teil jeder Sicherheitslösung.“

Weitere Themen im „Active Advisary Playbook 2021“ sind die am häufigsten verwendeten Angriffstechniken und -taktiken, die frühesten Anzeichen eines Angriffs, die am meisten beobachteten Bedrohungstypen sowie die am häufigsten identifizierten Hackergruppen..

Mehr bei Sophos.com

 


Über Sophos

Mehr als 100 Millionen Anwender in 150 Ländern vertrauen auf Sophos. Wir bieten den besten Schutz vor komplexen IT-Bedrohungen und Datenverlusten. Unsere umfassenden Sicherheitslösungen sind einfach bereitzustellen, zu bedienen und zu verwalten. Dabei bieten sie die branchenweit niedrigste Total Cost of Ownership. Das Angebot von Sophos umfasst preisgekrönte Verschlüsselungslösungen, Sicherheitslösungen für Endpoints, Netzwerke, mobile Geräte, E-Mails und Web. Dazu kommt Unterstützung aus den SophosLabs, unserem weltweiten Netzwerk eigener Analysezentren. Die Sophos Hauptsitze sind in Boston, USA, und Oxford, UK.


 

Passende Artikel zum Thema

FBI, BKA, Europol zerschlägt das Hive-Ransomware-Netzwerk

Das FBI infiltrierte heimlich das Hive-Netzwerk und übernahm neben Schlüsselservern und Entschlüsselungs-Keys sogar die Leak-Seite der Hive-Gruppe im Darknet. Damit ➡ Weiterlesen

Studie Cloud Security: Furcht vor Datenschutzvorfällen

Cloud-Security und die mit der Cloud-Nutzung verbundenen Risiken bereiten IT-Verantwortlichen nach wie vor großes Kopfzerbrechen, wie die Umfrage State of ➡ Weiterlesen

Chatbots: Nur Maschinen helfen gehen Maschinen

Chatbots wie ChatGPT sind auf dem Vormarsch: Die künstliche Intelligenz ist der natürlichen Ignoranz gewachsen. Man benötiget zunehmend intelligente Maschinen, ➡ Weiterlesen

Robuste Verteidigung gegen Ransomware 

Cybererpresser entwickeln fortgehend neue Wege, Ransomware in Organisationen einzuschleusen. Über Taktiken wie Brand-Phishing imitieren sie große Namen wie PayPal, um ➡ Weiterlesen

Allianz Risk Barometer 2023: Cyber und Betriebsunterbrechung

Cyber und Betriebsunterbrechung sind Top-Gefahren für Unternehmen im neuen Allianz Risk Barometer. Die jährliche Umfrage zeigt die wichtigsten Geschäftsrisiken weltweit, ➡ Weiterlesen

Cyberbedrohungen: Die Top-5 für KMUs

Nicht lizenzierte Software, Phishing, DDoS-Angriffe oder unachtsame Mitarbeiter – kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sehen sich 2023 mit einer Vielzahl ➡ Weiterlesen

Führungsebene will in IT-Sicherheitslösungen investieren

Eine aktuelle Befragung in der Führungsebene von Unternehmen zeigt, dass fast ein Drittel in zusätzliche IT-Sicherheitslösungen investieren will. Auch das ➡ Weiterlesen

Security 2023: Hybride Arbeitswelt und Connected Cars im Visier

Trend Micro veröffentlicht seine Cybersicherheitsvorhersagen für 2023. Darin prognostiziert das Unternehmen eine Zunahme von Cyberangriffen in den Bereichen Homeoffice, Software ➡ Weiterlesen