Die Plattform Vercel hat zwei kritische Sicherheitslücken in Next.js geschlossen, die das BSI mit einem Schweregrad von 10.0 einstuft. Beide Schwachstellen ermöglichen unter bestimmten Voraussetzungen eine nicht authentifizierte Ausführung von Schadcode auf dem Server.
Betroffene Anwendungen ermöglichen Angreifern einen Zugang, wofür sie weder ein Benutzerkonto noch gültige Zugangsdaten benötigen. Die Sicherheitswarnung wurde vom deutschen CERT-Bund unter der Kennung WID-SEC-2026-3027 aufgeführt.
Schwachstelle in Bildoptimierungsfunktion von Next.js
Die erste Schwachstelle trägt die Kennung GHSA-2xp9-vwfh-vxw4 und betrifft die Bildoptimierungsfunktion von Next.js. Ursache ist ein Fehler in der Bibliothek libheif, die über das Paket sharp zur Verarbeitung von Bildern eingesetzt wird. Wird eine von einem Angreifer kontrollierte AVIF-Datei durch die Image-Optimization-API verarbeitet, kann dies zur Ausführung von Schadcode führen.
AVIF ist ein modernes Bildformat, das häufig eingesetzt wird, um Webseiten schneller zu laden und Datenvolumen zu sparen. Die Gefahr besteht vor allem dann, wenn eine Anwendung Bilder aus externen oder nicht ausreichend geprüften Quellen optimiert. Ein Angreifer könnte versuchen, eine speziell präparierte AVIF-Datei an den Server zu übermitteln und dadurch die Verarbeitungskette anzugreifen.
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In Gefahr: Next.js-Anwendungen die Pages Router und App Router benötigen
Die zweite Lücke ist als CVE-2026-75604 beziehungsweise GHSA-p293-qw3h-jr36 bekannt. Sie betrifft Next.js-Anwendungen, die gleichzeitig den Pages Router und den App Router verwenden und ohne Cache Components betrieben werden. Verwundbar sind dabei ausschließlich Server mit einem Windows-Dateisystem. Linux- und macOS-Installationen sind von dieser Schwachstelle nicht betroffen.
Die Sicherheitslücke kann nach Angaben des Next.js-Teams ebenfalls eine nicht authentifizierte Remote-Code-Ausführung ermöglichen. Die technische Ursache liegt in einer fehlerhaften Verarbeitung von Pfadangaben. Ein Angreifer kann dadurch versuchen, außerhalb des vorgesehenen Anwendungsbereichs auf Dateien zuzugreifen oder serverseitige Befehle auszuführen.
Zur zweiten Lücke ist inzwischen ein Proof-of-Concept im öffentlichen GitHub-Repository CVE-2026-75604-poc verfügbar. Eine solche Demonstration ist kein Beleg dafür, dass die Schwachstelle bereits in Angriffen ausgenutzt wird. Sie senkt jedoch die Einstiegshürde für weitere Analysen und erhöht den Zeitdruck für Betreiber betroffener Anwendungen.
Betroffene Versionen und Abhilfe
Vercel stellt die korrigierten Versionen Next.js 15.5.24 und Next.js 16.3.3 bereit. Das Unternehmen empfiehlt, die Abhängigkeit unverzüglich zu aktualisieren und die Anwendungen anschließend neu bereitzustellen.
Für die AVIF-Schwachstelle deaktivieren die korrigierten Versionen die AVIF-Optimierung zunächst, bis die zugrunde liegende libheif-Korrektur vollständig verfügbar ist. Bei Windows-Installationen gibt es laut Next.js keine verlässliche Zwischenlösung; dort gilt das Update als notwendige Maßnahme.
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Über das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist die Cyber-Sicherheitsbehörde des Bundes und Gestalter einer sicheren Digitalisierung in Deutschland. Das Leitbild: Das BSI als die Cyber-Sicherheitsbehörde des Bundes gestaltet Informationssicherheit in der Digitalisierung durch Prävention, Detektion und Reaktion für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.
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