Die Behörden in den Niederlanden haben mit Unterstützung von Polizei und NCSC ein großes Botnetzwerk mit 17 Millionen gekaperten Geräten stillgelegt. Im Mittelpunkt der aktuellen Meldung steht eine koordinierte Aktion, mit der kriminelle Infrastruktur gezielt aus dem Verkehr gezogen wurde.
Das Netzwerk wurde nach einer Meldung eines Sicherheitsforschers an das NCSC entdeckt. Das NCSC informierte daraufhin die Polizei. Gemeinsam nahmen sie den Fall auf und führten Ermittlungen durch. Diese ergaben, dass das Botnetz aus mindestens 17 Millionen infizierten Geräten bestand und die 200 Server, die die Infrastruktur beherbergten, in den Niederlanden standen. Die Polizei beschlagnahmte daraufhin mehrere Botnetz-Server eines Hosting-Anbieters zur Untersuchung. Das Botnetz wurde vom Anbieter offline genommen, da es für kriminelle Zwecke genutzt wurde.
Botnetze werden immer öfters zerschlagen
Die Meldung passt in eine Reihe ähnlicher Erfolge gegen große Schadnetzwerke. So hatten Ermittler bereits im März 2026 zwei der weltweit größten Botnetze außer Gefecht gesetzt; damals waren Behörden aus Deutschland, den USA und Kanada beteiligt. Auch diese Infrastruktur wurde für DDoS-Angriffe genutzt und umfasste mutmaßlich Millionen kompromittierter Geräte. Es wurden zwei der weltweit größten DDoS-Angriffsnetze zerschlagen: Aisuru und Kimwolf. Beide Netze bestanden aus Millionen von kompromittierten IoT-Geräten, Routern, NAS und Android-basierten TV-Boxen und Smart-Home-Geräten. Ein schwerer Schlag gegen Cybercrime-as-a-Service, da sich die Geräte nicht einfach wieder kapern lassen.
Ebenfalls im März 2026 hat Europol gemeinsam mit internationalen Partnerbehörden den bösartigen Proxy-Dienst „SocksEscort“ zerschlagen. Dieser Dienst nutzte ein Botnetz aus kompromittierten Routern und IoT-Geräten, das über Schwachstellen in den Geräten aufgebaut wurde. Cyberkriminelle konnten ihre Verbindungen über diese infizierten Systeme leiten und so ihre wahre Identität und ihren Standort verschleiern. Die koordinierte Aktion wurde als „Operation Lightning“ durchgeführt.
Millionen von Geräten werden missbraucht
Nach Angaben von Europol hatte der Dienst über 369.000 Router und IoT-Geräte in 163 Ländern kompromittiert. Aus diesen Geräten wurden tausende Proxy-Zugänge generiert, die über eine Plattform an Kriminelle verkauft wurden. Die betroffenen Nutzerinnen und Nutzer wussten nicht, dass ihre Heim- oder Firmenrouter Teil eines kriminellen Netzwerks waren. Die Infrastruktur diente als Tarnschicht für verschiedenste Cyberdelikte. Im Zuge der Aktion wurden 34 Domains und 23 Server in sieben Ländern beschlagnahmt.
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