TeamViewer hat eine Sicherheitslücke in der Linux-Version des Clients geschlossen, die unter bestimmten Umständen eine Ausführung von Befehlen auf dem Rechner ermöglicht. Die Schwachstelle ist als CVE-2026-19042 registriert und wird mit einem CVSS-Basiswert 8.8 von 10 als hochgefährlich eingestuft.
Die Lücke betrifft die Chat-Funktion außerhalb aktiver Fernwartungssitzungen. Ein Angreifer könnte über einen speziell präparierten Link im Chat Befehle in das Betriebssystem einschleusen. Wird der Link vom Empfänger angeklickt, können beliebige Kommandos im Kontext des angemeldeten Benutzers ausgeführt werden.
Technisch handelt es sich um eine sogenannte Command Injection (CWE-78). Das bedeutet, dass eingegebene oder übermittelte Daten nicht ausreichend geprüft werden und direkt in einen Systembefehl einfließen. Ein erfolgreicher Angriff könnte dazu führen, dass Schadsoftware installiert, Daten ausgelesen oder weitere Angriffe im Netzwerk gestartet werden.
Angriff ist möglich, aber mit zwei Einschränkungen
- Die Ausnutzung erfordert eine Interaktion des Benutzers. Der Link muss im Chat angeklickt werden.
- Der Angreifer muss in der Lage sein, eine Chat-Nachricht zu senden. Das ist nur möglich, wenn der Absender im Kontaktliste des Empfängers eingetragen ist oder wenn der Empfänger Chat-Nachrichten von unbekannten Kontakten explizit erlaubt hat. Diese Einstellung ist nach TeamViewer-Angaben standardmäßig deaktiviert.
Die Kombination aus diesen Bedingungen senkt das Risiko für eine massenhafte, automatisierte Ausnutzung. Gezielte Angriffe auf einzelne Benutzer oder Unternehmen bleiben jedoch möglich, insbesondere wenn ein Angreifer bereits Zugang zur Kontaktliste hat oder das Vertrauen des Opfers gewinnen kann.
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Laut Sicherheitsbulletin sind folgende Produkte und Versionen betroffen:
- TeamViewer Full Client für Linux, Versionen vor 15.81.5
- TeamViewer Host für Linux, Versionen vor 15.81.5
Für ältere Zweige gelten folgende Mindestversionen:
- TeamViewer V14 (Full Client und Host) für Linux: mindestens 14.7.48838
- TeamViewer V13 (Full Client und Host) für Linux: mindestens 14.7.48838
Schnelles Update der verwendeten Versionen
Unternehmen, die Linux-Arbeitsplätze oder -Server mit TeamViewer verwalten, sollten prüfen, welche Versionen im Einsatz sind. TeamViewer empfiehlt, die betroffenen Clients unverzüglich auf die aktuelle Version zu aktualisieren. Für Umgebungen, in denen ein sofortiges Update nicht möglich ist, rät das Unternehmen, keine Links aus dem Chat zu öffnen, bis die Aktualisierung nachgeholt wurde.
Nach Angaben von TeamViewer lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine öffentliche Diskussion der Schwachstelle vor. Das Unternehmen gibt zudem an, keine Hinweise auf eine aktive Ausnutzung in der Praxis zu haben. Die Entdeckung erfolgte im Rahmen des TeamViewer Bug Bounty Programms durch die Sicherheitsforscher Mathys Khalfa und Antoine Rieul.
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Über TeamViewer
Als globales Technologieunternehmen und führender Anbieter einer Konnektivitätsplattform ermöglicht es TeamViewer, aus der Ferne auf Geräte aller Art zuzugreifen, sie zu steuern, zu verwalten, zu überwachen und zu reparieren – von Laptops und Mobiltelefonen bis zu Industriemaschinen und Robotern. Ergänzend zur hohen Zahl an Privatnutzern, für die die Software kostenlos angeboten wird, hat TeamViewer mehr als 500.000 zahlende Kunden und unterstützt Unternehmen jeglicher Größe und aus allen Branchen dabei, geschäftskritische Prozesse durch die nahtlose Vernetzung von Geräten zu digitalisieren. Vor dem Hintergrund globaler Megatrends wie der rapiden Verbreitung von internetfähigen Endgeräten, der zunehmenden Prozessautomatisierung und neuer, ortsunabhängiger Arbeitsformen hat sich TeamViewer zum Ziel gesetzt, den digitalen Wandel proaktiv mitzugestalten und neue Technologien wie Augmented Reality, künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge kontinuierlich für Produktinnovationen zu nutzen.
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