Der jährlich erscheinende „Security 360 Reports“, der die aktuelle Bedrohungslage für macOS- und mobile Endgeräte analysiert, wurde veröffentlich. Die Reports – einer für mobile Endgeräte und einer für Mac – basieren auf einer Analyse von realen sicherheitsrelevanten Vorfällen, Bedrohungsforschung und Branchenereignissen des vergangenen Jahres und beleuchten die verschiedenen Angriffsmethoden, die Angreifer erfolgreich genutzt haben.
Mobile Endgeräte sorgen dafür, dass Mitarbeiter in Unternehmen standortunabhängig produktiv arbeiten können. Unternehmen arbeiten kontinuierlich daran, diese Geräte mithilfe von Kontrollmechanismen, Richtlinien und Sicherheitslösungen besser zu verwalten und zu schützen, aber auch Angreifer entwickeln ihre Methoden weiter.
Bedrohungstrends gegen mobile Endgeräte
Im Rahmen des aktuellen Reports hat Jamf die Analyse der aktuellen Bedrohungslage für mobile Endgeräte in vier verschiedene Kategorien unterteilt, die weltweit als größte Sicherheitsrisiken für Unternehmen gelten.
- Sicherheitslücken bei mobilen Endgeräten. Mobile Endgeräte stellen für Unternehmen eine zunehmend wichtige Code-Basis dar, aber dennoch mangelt es bei ihnen häufig in Sachen Sicherheit. Über die vergangenen zwölf Monate hat Jamf beispielsweise festgestellt, dass 53 Prozent aller von Jamf untersuchten Unternehmen mobile Endgeräte mit kritisch veralteten Betriebssystemen nutzten.
- Risiken durch unsichere Apps. Unsichere Apps können die Angriffsfläche eines Unternehmens erheblich vergrößern. Malware ist auf mobilen Endgeräten zwar selten, aber 95 Prozent der von Jamf untersuchten Apps wiesen mindestens eine mittelschwere Schwachstelle auf, was sie zu leichten Zielen für Angreifer macht. Außerdem forderten 62 Prozent der untersuchten Anwendungen potenziell riskante Berechtigungen an und 21 Prozent wiesen Verhaltensweisen auf, die die Privatsphäre ihrer Nutzer beeinträchtigen.
- Netzwerk- und Web-Risiken. Phishing stellt für Angreifer nach wie vor einen bevorzugten Angriffsvektor dar. In 25 Prozent der von Jamf untersuchten Unternehmen klickte ein Nutzer auf einen Phishing-Link und in 18 Prozent der Unternehmen verbanden sich Nutzer mit potenziell riskanten Hotspots, wodurch Unternehmensdaten über ungesicherte öffentliche Netzwerke gefährdet wurden.
- Advanced Persistent Threats (APTs). Erfahrene Hacker-Gruppen nutzen oftmals mehrere Schwachstellen gleichzeitig aus, um komplexe Exploits zu entwickeln. Zero-Click- und browserbasierte Angriffe bedeuten, dass sowohl Apple- als auch Android-Endgeräte aktive Angriffsvektoren darstellen können. Insbesondere der Angriff auf WhatsApp-Nutzer über eine Schwachstelle bei der Bildverarbeitung (CVE-2025-43300) und das Ausnutzen von Schwachstellen in JavaScript haben es im vergangenen Jahr Spyware-Gruppen wie Intellexa ermöglicht, Ein-Klick-Angriffe durchzuführen.
Bedrohungstrends für macOS-Umgebungen
Im Laufe der vergangenen Jahre ist immer deutlicher geworden, dass mit der zunehmenden Verbreitung von Mac-Geräten am Arbeitsplatz auch die Bedrohungslandschaft vielfältiger ist als je zuvor. Der Marktanteil von Mac-Endgeräten stieg im Zeitraum von 2024 bis 2025 um 16,4 Prozent und mit 2,7 Millionen ausgelieferten Endgeräten in 2025 sind Macs inzwischen allgegenwärtig.
Mac-fokussierte Malware und Bedrohungen
Apple hat verschiedene Sicherheitsmaßnahmen in seine Endgeräte implementiert, darunter Gatekeeper, System Integrity Protection (SIP) sowie Transparency, Consent and Control (TCC). Da sich Mac-Endgeräte in Unternehmen immer größerer Beliebtheit erfreuen, stellen sie auch für Angreifer ein attraktives Ziel dar: 44 Prozent der von Jamf untersuchten Endgeräte waren von schädlichem Netzwerkverkehr betroffen und 26 Prozent der untersuchten Unternehmen wurden Opfer von Cryptojacking-Angriffen. Außerdem erfassten die Experten der Jamf Threat Labs im Jahr 2025 allein mehr als 26.000 Malware-Varianten in ihrer Datenbank.
Trojaner stellten im Jahr 2025 die bei Angreifern beliebteste Angriffsstrategie dar und machten etwa die Hälfte aller erfassten Angriffe aus. Dies stellt einen Wandel gegenüber 2024 dar, als Infostealer und Adware die bei Angreifern beliebtesten Strategien waren. Insgesamt machen Trojaner, Infostealer, Adware und potenziell unerwünschte Anwendungen 90 Prozent aller Angriffe auf Mac-Endgeräte aus.
Die verbreitetsten Mac-Malware-Varianten
Eine Vielzahl von Malware-Varianten zielt auf Mac-Endgeräte ab, wobei keine davon eindeutig die verbreitetste darstellt. Im Jahr 2025 war PuAgent mit 16,41 Prozent die am häufigsten erfasste Malware-Variante, was einen Wandel gegenüber 2023 und 2024 darstellt, in denen die Adware Genio mit 13,63 Prozent am weitesten verbreitet war. Genio ist seitdem mit 7,19 Prozent auf den vierten Platz im Jahr 2025 zurückgefallen.
„Unser Ziel mit den Reports ist, Sicherheitsverantwortliche für die Risiken zu sensibilisieren, denen ihre Unternehmen ausgesetzt sind. Dadurch können sie sicherstellen, dass die Erkennung von Bedrohungen, die Durchsetzung ihrer Compliance-Vorgaben und die Reaktionsgeschwindigkeit ihres Unternehmens auf Bedrohungen auf ihre Mac- und mobilen Endgeräte abgestimmt sind“, sagt Michael Covington, Vice President of Portfolio Strategy bei Jamf. „Unternehmen, die noch keinen ganzheitlichen, proaktiven Ansatz für die Sicherheit ihrer Mac- und mobilen Endgeräte verfolgen, setzen sich unnötigen Risiken aus.“
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Über Jamf Ziel von Jamf ist es, Arbeit zu erleichtern und Unternehmen dabei zu unterstützen, die Nutzung von Apple-Endgeräten sicher und benutzerfreundlich zu gestalten. Jamf ist das einzige Unternehmen weltweit mit einer vollständigen Lösung für die Verwaltung und den Schutz von Endgeräten, die Sicherheit auf Enterprise Level gewährleistet, einfach zu bedienen ist und die Privatsphäre von Endbenutzern schützt.
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Risikofaktor Endpoint: Jamf-Report 2026 warnt vor kritischen Sicherheitslücken bei macOS und Enterprise-Mobility
Fachliche Einordnung Die Fachplattform B2BCS ordnet die Ergebnisse des neu veröffentlichten „Security 360 Reports 2026“ von Jamf als dringenden Weckruf für das Endpoint-Management in modernen Hybrid-Work-Szenarien ein. Die empirischen Daten der Jamf Threat Labs belegen eine massive Professionalisierung der Angriffsmethoden auf mobile Endgeräte und Mac-Infrastrukturen. Durch den rasanten Zuwachs von macOS am Arbeitsplatz (16,4 % Marktanteilswachstum im Zeitraum 2024–2025) haben sich Apples Betriebssysteme endgültig vom Nischendasein verabschiedet und stehen nun im Fadenkreuz global agierender Spyware- und Trojaner-Entwickler.
Key-Takeaways
- Betriebssystem-Altlasten im Mobile-Sektor: In mehr als der Hälfte aller untersuchten Unternehmen (53 %) laufen mobile Endgeräte mit kritisch veralteten OS-Versionen – ein enormes Sicherheitsdefizit bei der Abwehr moderner Zero-Day-Exploits.
- Das App-Sicherheits-Paradoxon: Echte native Malware ist auf Smartphones nach wie vor selten, doch das eigentliche Risiko liegt im Code: 95 % der analysierten Enterprise-Apps weisen mindestens eine mittelschwere Schwachstelle auf. Zudem fordern 62 % risikoreiche Berechtigungen ein und 21 % verletzen aktiv die Privatsphäre der Nutzer.
- Gezielte Attacken durch APTs und Spyware: Hochentwickelte Hacker-Gruppen wie Intellexa setzen vermehrt auf Zero-Click- und browserbasierte Angriffe. Im Fokus standen im vergangenen Jahr JavaScript-Lücken sowie eine kritische Bildverarbeitungsschwäche in WhatsApp ($CVE-2025-43300$).
- Paradigmenwechsel bei Mac-Malware: Trojaner haben sich zur dominantesten Angriffsform auf macOS entwickelt und machen die Hälfte aller Vorfälle aus. Damit verdrängen sie Infostealer und Adware von der Spitze. Die am häufigsten registrierte Variante im Jahr 2025 war PuAgent (16,41 %), gefolgt von der ehemals führenden Adware Genio.
- Umfassende Netzwerkkompromittierung: 44 % aller von Jamf überwachten Macs waren mit schädlichem Netzwerkverkehr konfrontiert, während 26 % der Unternehmen von Cryptojacking-Angriffen über Mac-Ressourcen betroffen waren. In der mobilen Welt klickte zudem in jedem vierten Unternehmen ein Nutzer auf einen Phishing-Link.
Strategische Analyse Für CISOs und IT-Infrastrukturleiter zeigt die Analyse von Jamf-Experte Michael Covington, dass der traditionelle Fokus auf reine Windows-Security im Jahr 2026 fahrlässig ist. Apples integrierte Schutzmechanismen wie Gatekeeper oder die System Integrity Protection (SIP) sind zwar effektive Barrieren, werden von Angreifern jedoch mittels hochentwickelter Social-Engineering-Trojaner und dateiloser In-Memory-Exploits gezielt umgangen. Gleichzeitig öffnet das mangelhafte Patch-Management bei mobilen Geräten und die unregulierte App-Nutzung Flanken für Advanced Persistent Threats (APTs). Wer Mac- und Mobile-Plattformen nicht als gleichwertige, vollumfänglich zu überwachende Endpunkte in seine Sicherheitsarchitektur integriert, riskiert folgenschwere Datenabflüsse.
Handlungsempfehlung: Sicherheitsverantwortliche müssen ihre Endpoint-Sicherheitsstrategie vereinheitlichen und auf ein proaktives Bedrohungsmanagement ausrichten.
- Einführung von automatisiertem Patch-Management: Da 53 % der Mobilgeräte mit veralteter Software betrieben werden, müssen Unternehmen über MDM-Systeme (Mobile Device Management) strikte Richtlinien erzwingen. Geräte, die Sicherheitsupdates nicht innerhalb eines engen Zeitfensters installieren, müssen automatisiert vom Zugriff auf Unternehmensressourcen (wie E-Mail oder Cloud-Speicher) isoliert werden.
- App-Vetting und Mobile Threat Defense (MTD) etablieren: Um den Risiken durch unsichere Apps und riskante Berechtigungen (62 %) zu begegnen, sollten Unternehmen automatisierte App-Überprüfungen einführen. Eine MTD-Lösung blockiert Anwendungen, die Verhaltensweisen zur Privatsphärenverletzung aufweisen oder bekannte Schwachstellen in Drittanbieter-Bibliotheken nutzen.
- Ganzheitliche EDR/XDR-Erkennung für macOS ausrollen: Angesichts von über 26.000 bekannten Malware-Varianten und dem Wandel hin zu gefährlichen Trojanern müssen Macs mit moderner Endpoint Detection and Response (EDR) ausgestattet werden. Diese darf sich nicht nur auf Dateisignaturen verlassen, sondern muss anomalen Netzwerkverkehr (44 % Betroffenheit) und unbefugte Krypto-Mining-Aktivitäten (Cryptojacking) in Echtzeit blockieren.
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