Schleswig-Holsteins digitale Infrastruktur war von 2022 bis heute Ziel von 123 Cyberangriffen und sicherheitsrelevanten Vorfällen. Nach Angaben der Landesregierung und der Berichterstattung führen Spuren dabei immer wieder nach Russland.
Laut einer Recherche der Tagesschau.de registrierte seit 2022 die Landesregierung von Schleswig-Holstein 123 Cyberangriffe und sicherheitsrelevante IT-Vorfälle auf die digitalen Strukturen des Landes. Betroffen waren unter anderem Landesportale, Schulsysteme und Justizbereiche. Zu den Vorfällen zählen Phishing, Datendiebstahl, Angriffe auf Online-Dienste sowie wiederholte DDoS-Attacken. Als besonders aktiv gelten dabei Gruppen wie NoName057 und Overflame, die nach Einschätzung der Behörden dem russischen Umfeld zugeordnet werden.
Landesregierung vermutet Russland als Drahtzieher
Die Landesregierung betont, dass sich die Herkunft der Täter nicht in jedem Fall zweifelsfrei belegen lässt. Die Angreifer verschleierten ihre Identität bewusst, etwa durch technische Tarnung, wechselnde Infrastruktur und die Nutzung verteilter Systeme. Die Ermittlungen und Analysen sehen aber einen Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. In diesem Umfeld werden Cyberattacken nicht nur als kriminelle Handlungen, sondern auch als politisch motivierte Störaktionen verstanden.
Der Tenor der Berichterstattung: Es geht weniger um einzelne spektakuläre Einzelfälle als um eine wiederkehrende Belastung der digitalen Landesstrukturen. Die Attacken reichten von kurzzeitigen Ausfällen bis zu Vorfällen mit Phishing und kompromittierten Konten. Nach Angaben der Landesregierung entstanden dabei bislang keine finanziellen Schäden. Trotzdem zeigen die Zahlen, dass die digitalen Systeme des Landes seit Jahren unter permanentem Druck stehen.
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Die Berichterstattung verweist auf eine Zunahme staatlich oder politisch motivierter Cyberaktivitäten seit Beginn des russischen Angriffskriegs. In Schleswig-Holstein wurden die Attacken deshalb auch als Teil eines größeren geopolitischen Spannungsfelds eingeordnet. Der Fall reiht sich in eine Serie von Angriffen ein, die in Deutschland seit Jahren für Aufmerksamkeit sorgen. Dabei stehen nicht nur technische Schwachstellen im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie Angriffe koordiniert, propagandistisch begleitet und über verschiedene Plattformen verteilt werden.
Die Zahlen aus Schleswig-Holstein machen deutlich, dass Cyberangriffe auf öffentliche IT-Strukturen kein Einzelfall sind. Vielmehr handelt es sich um eine fortlaufende Entwicklung, bei der politische Motive, Desinformation und technische Störungen ineinandergreifen.
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