Die Ransomware-Gruppe Rhysida hat einen Cyberangriff auf die Berliner Landesverwaltung durchgeführt und erpresst nun das Land mit der Veröffentlichung gestohlener Daten. Die Berliner Senatskanzlei bestätigte, dass die Rhysida sich zu dem Angriff bekannt hat und behauptet im Besitz von über 5,7 Terabyte Daten zu sein. Das Kaufangebot für den Kauf der Daten liegt bei 30 Bitcoin, also rund 2 Millionen Euro.
Nach Angaben des Berliner Digitalstaatssekretärs Florian Hauer begann der Datenabfluss bereits am 7. August 2026 und dauerte bis zum 12. August an. Entdeckt wurde der Einbruch jedoch erst am 14. August. An diesem Tag wurden die betroffenen Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt vorsorglich vom zentralen Landesnetz getrennt.
Die Trennung führte zu erheblichen Einschränkungen im Betrieb der Verwaltungen. Mitarbeiter konnten zeitweise nur noch über das Festnetz kommunizieren, E-Mails und digitale Dienste waren nicht verfügbar. Betroffen waren unter anderem die Bearbeitung von Wohngeldanträgen, die Ausstellung von Wohnberechtigungsscheinen, Baustellenanträge und Geodienste. Erst Ende August waren die Verwaltungen wieder vollständig online.
Über 5,7 Terabyte Daten wurden gestohlen
Die gestohlenen Daten umfassen laut Senatsangaben eine Vielzahl sensibler Informationen:
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- Daten zu etwa 80.000 Ordnungswidrigkeitsverfahren
- Passwörter und Zugangsdaten
- Gehaltslisten und IBAN-Verbindungen von Mitarbeitern
- Notfallpläne und interne Dokumente
- E-Mails, Telefonnummern und weitere personenbezogene Daten
Die Gruppe Rhysida bietet die Daten auf ihrer Website im Darknet zum Verkauf an. Als Beleg für den Diebstahl veröffentlichte sie Auszüge aus einzelnen Dokumenten, darunter Notfallpläne und Passwörter.
Berliner Senat und Bürgermeister verweigern die 2 Millionen Euro Lösegeld
🔎 Der Rhysida-Countdown läuft noch bis 04.09.2026, dann werden die Daten veröffentlicht bzw. im Darknet verkauft. Berlin will aber keine 2 Millionen Euro Lösegeld zahlen.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) erklärte, dass das Land Berlin nicht auf die Erpressungsforderungen eingehen werde. „Wir werden uns nicht erpressen lassen“, sagte Wegner. Der Senat habe entschieden, kein Lösegeld zu zahlen. Stattdessen laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und des Landeskriminalamts.
Digitalstaatssekretär Hauer kündigte zudem an, dass die Fernzugriffe auf das Landesnetz vorerst gesperrt bleiben. Die Verwaltung werde ihre Sicherheitsmaßnahmen überprüfen und verstärken.
Rhysida erst seit 2023 aktiv
Die Ransomware-Gruppe Rhysida ist seit 2023 aktiv ist und hat sich auf Angriffe auf Unternehmen und Behörden spezialisiert. Bekannte Sicherheitsforscher ordnen die Gruppe Russland oder Osteuropa zu. Rhysida folgt einem typischen Muster: Die Angreifer dringen in Netzwerke ein, stehlen Daten und verschlüsseln Systeme. Anschließend erpressen sie die Opfer mit der Veröffentlichung oder dem Verkauf der gestohlenen Informationen. So hat die skrupellose Gruppe auch schon die Deutsche Welthungerhilfe erpresst.
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