Quantensicherheit: Umsetzung stagniert trotz guter Planung

Sicherheitsüberprüfung eines Computers mit Schloss und Lupe.
Anzeige
KI-Sicherheitstechnologie für Unternehmen.

Beitrag teilen

Post-Quanten-Kryptografie (PQC): Eine neue Studie zeigt, dass Unternehmen bei der Vorbereitung weiterhin schneller sind als bei der tatsächlichen Umsetzung – die Implementierung ist im vergangenen Jahr lediglich um zwei Prozentpunkte gestiegen.

Die Ergebnisse einer zweiten jährlichen globalen Umfrage zur Post-Quanten-Kryptografie (PQC) zeigen, dass Unternehmen sich zwar auf das Quantenzeitalter vorbereiten, dabei jedoch kaum messbare Fortschritte bei der tatsächlichen Umsetzung erzielen. Zwar geben 87 % der Unternehmen an, PQC-Initiativen zu planen, zu testen oder umzusetzen, doch die tatsächliche Implementierung ist seit der letzten Umfrage nur um zwei Prozentpunkte gestiegen. Infolgedessen haben lediglich 7 % der Unternehmen quantensichere oder hybride Kryptografie für den Großteil ihrer digitalen Zertifikate implementiert – ein deutliches Zeichen dafür, wie viel Arbeit noch nötig ist, um von der Planung zur tatsächlichen Umsetzung zu gelangen.

Anzeige

Unternehmen planen lediglich Post-Quanten-Kryptografie

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Unternehmen nun mit einer Umsetzungslücke konfrontiert sind. Mehr als die Hälfte der Unternehmen erwartet, dass die heutigen Verschlüsselungsstandards innerhalb der nächsten fünf Jahre gebrochen werden.

„Der Übergang zur Post-Quanten-Kryptografie ist Teil einer umfassenderen Modernisierungsreise und nicht nur ein technisches Upgrade“, sagte Kevin Hilscher, Senior Director of Product Management bei DigiCert. „Unternehmen, die heute in Krypto-Agilität investieren, schaffen sich die Flexibilität, sich mit sich wandelnden Standards, neuen Technologien und zukünftigen Geschäftsanforderungen weiterzuentwickeln. Genau das schafft langfristige Resilienz. Doch genau hier zeigt die Studie, wo Unternehmen aktuell an ihre Grenzen stoßen: bei der Übersetzung von Strategie in unternehmensweite Umsetzung.“

Anzeige

Jetzt Newsletter abonnieren

Einmal im Monat die besten News von B2B CYBER SECURITY lesen



Mit Klick auf „Anmelden“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Nach dem Anmelden erhalten Sie zuerst eine Bestätigungsmail, damit keine anderen Personen Ihnen etwas ungewolltes bestellen können.
Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Sie können jederzeit den Newsletter wieder abbestellen. Einen entsprechenden Link finden Sie im Newsletter. Nach einer Abmeldung werden Ihre Daten in kürzester Zeit gelöscht. Eine Wiederherstellung ist nicht möglich. Falls Sie den Newsletter erneut haben möchten, ordern sie diesen einfach neu. Verfahren Sie auch so, wenn Sie eine andere E-Mail-Adresse für Ihren Newsletter nutzen möchten. Wenn Sie den auf der Website angebotenen Newsletter beziehen möchten, benötigen wir von Ihnen eine E-Mail-Adresse sowie Informationen, welche uns die Überprüfung gestatten, dass Sie der Inhaber der angegebenen E-Mail-Adresse und mit dem Empfang des Newsletters einverstanden sind. Weitere Daten werden nicht bzw. nur auf freiwilliger Basis erhoben. Für die Abwicklung der Newsletter nutzen wir Newsletterdiensteanbieter, die nachfolgend beschrieben werden.

CleverReach

Diese Website nutzt CleverReach für den Versand von Newslettern. Anbieter ist die CleverReach GmbH & Co. KG, Schafjückenweg 2, 26180 Rastede, Deutschland (nachfolgend „CleverReach“). CleverReach ist ein Dienst, mit dem der Newsletterversand organisiert und analysiert werden kann. Die von Ihnen zwecks Newsletterbezug eingegebenen Daten (z. B. E-Mail-Adresse) werden auf den Servern von CleverReach in Deutschland bzw. Irland gespeichert. Unsere mit CleverReach versandten Newsletter ermöglichen uns die Analyse des Verhaltens der Newsletterempfänger. Hierbei kann u. a. analysiert werden, wie viele Empfänger die Newsletternachricht geöffnet haben und wie oft welcher Link im Newsletter angeklickt wurde. Mit Hilfe des sogenannten Conversion-Trackings kann außerdem analysiert werden, ob nach Anklicken des Links im Newsletter eine vorab definierte Aktion (z. B. Kauf eines Produkts auf dieser Website) erfolgt ist. Weitere Informationen zur Datenanalyse durch CleverReach-Newsletter erhalten Sie unter: https://www.cleverreach.com/de/funktionen/reporting-und-tracking/. Die Datenverarbeitung erfolgt auf Grundlage Ihrer Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO). Sie können diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem Sie den Newsletter abbestellen. Die Rechtmäßigkeit der bereits erfolgten Datenverarbeitungsvorgänge bleibt vom Widerruf unberührt. Wenn Sie keine Analyse durch CleverReach wollen, müssen Sie den Newsletter abbestellen. Hierfür stellen wir in jeder Newsletternachricht einen entsprechenden Link zur Verfügung. Die von Ihnen zum Zwecke des Newsletter-Bezugs bei uns hinterlegten Daten werden von uns bis zu Ihrer Austragung aus dem Newsletter bei uns bzw. dem Newsletterdiensteanbieter gespeichert und nach der Abbestellung des Newsletters aus der Newsletterverteilerliste gelöscht. Daten, die zu anderen Zwecken bei uns gespeichert wurden, bleiben hiervon unberührt. Nach Ihrer Austragung aus der Newsletterverteilerliste wird Ihre E-Mail-Adresse bei uns bzw. dem Newsletterdiensteanbieter ggf. in einer Blacklist gespeichert, sofern dies zur Verhinderung künftiger Mailings erforderlich ist. Die Daten aus der Blacklist werden nur für diesen Zweck verwendet und nicht mit anderen Daten zusammengeführt. Dies dient sowohl Ihrem Interesse als auch unserem Interesse an der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben beim Versand von Newslettern (berechtigtes Interesse im Sinne des Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO). Die Speicherung in der Blacklist ist zeitlich nicht befristet. Sie können der Speicherung widersprechen, sofern Ihre Interessen unser berechtigtes Interesse überwiegen. Näheres entnehmen Sie den Datenschutzbestimmungen von CleverReach unter: https://www.cleverreach.com/de/datenschutz/.

Auftragsverarbeitung

Wir haben einen Vertrag über Auftragsverarbeitung (AVV) zur Nutzung des oben genannten Dienstes geschlossen. Hierbei handelt es sich um einen datenschutzrechtlich vorgeschriebenen Vertrag, der gewährleistet, dass dieser die personenbezogenen Daten unserer Websitebesucher nur nach unseren Weisungen und unter Einhaltung der DSGVO verarbeitet.

Die Dringlichkeit nimmt weiter zu. 84 % der Unternehmen gehen davon aus, dass zumindest ein Teil ihrer verschlüsselten Daten bereits jetzt anfällig für „Harvest Now, Decrypt Later“ (HNDL)-Angriffe ist, während der größte Anteil der Befragten (39 %) erwartet, dass der Übergang zu quantensicherer Kryptografie drei bis fünf Jahre dauern wird. Dies unterstreicht, dass Quantencomputing nicht mehr als zukünftige technologische Herausforderung, sondern als aktuelles Geschäftsrisiko wahrgenommen wird.

Weitere Ergebnisse der Umfrage

  • Finanztransaktionsdaten und Bankdaten wurden als die Daten identifiziert, die am wahrscheinlichsten zuerst angegriffen werden, sobald sie entschlüsselbar sind – gefolgt von privaten Schlüsseln und Wallets für Kryptowährungen.
  • 50 % haben bereits Quantenrisikobewertungen durchgeführt, während 44 % Übergangspläne entwickelt und kryptografische Inventare erstellt haben.
  • 25,6 % nennen die Komplexität von Altsystemen (Legacy-Systemen) als größtes Hindernis für die Implementierung – womit dieser Faktor die Unsicherheit bezüglich Standards oder mangelnde Unterstützung durch die Geschäftsführung als größtes Hindernis abgelöst hat.
  • Der Einzelhandel verzeichnete den niedrigsten Vorbereitungsgrad, während die Fertigungsindustrie die am stärksten gespaltene Branche war. MedTech sowie Telekommunikation und Medien zeigten das höchste Vertrauen in ihre eigene Vorbereitung.
  • Das Vereinigte Königreich verzeichnete den höchsten Anteil an Unternehmen, die sich selbst als führend in Sachen Quantenbereitschaft einschätzen (18 %), gefolgt von den USA (17 %) und Australien (10 %).
Direkt zum PDF der Studie bei DigiCert.com

 


Über DigiCert

DigiCert ist ein weltweit führender Anbieter von Sicherheitsplattformen für digitale Infrastrukturen, der es Einzelpersonen und Unternehmen ermöglicht, online zu agieren – mit der Gewissheit, dass ihr Fußabdruck in der digitalen Welt sicher ist. DigiCert® ONE, die Plattform für digitales Vertrauen, bietet Organisationen einen zentralen Überblick und Kontrolle über eine breite Palette von öffentlichen und privaten Anforderungen an digitales Vertrauen und sichert Websites, Unternehmenszugang und -kommunikation, Software, Identitäten, Inhalte und Geräte.



Zum AI generated Visibility-Block

Passende Artikel zum Thema

Wie Cyberkriminelle abgelaufene Domains für sich ausnutzen

Wie eine Untersuchung von Security-Experten zeigt: Cyberkriminelle erwerben massenhaft abgelaufene Domains – Dropcatch-Domains – und missbrauchen diese für Angriffe. Dabei ➡ Weiterlesen

Die SAP OVERPASS Schwachstelle

SAP hat insgesamt 22 Security Notes veröffentlicht, darunter fünf HotNews-Einträge. Die schwerwiegendste Schwachstelle – intern OVERPASS genannt, geführt als CVE-2026-44756 ➡ Weiterlesen

Phishing 2026: Cyberkriminelle kombinieren KI und neue Angriffskanäle

Phishing-Angriffe werden immer ausgefeilter und beschränken sich längst nicht mehr nur auf gefälschte E-Mails. Das zeigt der Threat Status Report ➡ Weiterlesen

KI-Agenten als neue Insider-Bedrohung

Sprechen Unternehmen von digitalen Identitäten, meinen sie damit schon lange nicht mehr nur ihre menschlichen Angestellten, ihre Dienstkonten, Automatisierungsplattformen und ➡ Weiterlesen

KI-Agenten: die neue Insider-Bedrohung für Unternehmen

Sprechen Unternehmen von digitalen Identitäten, meinen sie damit schon lange nicht mehr nur ihre menschlichen Angestellten, ihre Dienstkonten, Automatisierungsplattformen und ➡ Weiterlesen

So sieht die AI-native Angriffsfläche eines KI-Agenten aus

Wie sieht die Angriffsfläche eines KI-Agenten tatsächlich aus? Eine neue Untersuchung von TrendAI macht sie systematisch sichtbar. Mit Hilfe eines ➡ Weiterlesen

Sicherheitsvorfall bei Microsoft

Seit Mai 2026 beobachtet Microsoft Security Research Social-Engineering-Kampagnen, bei denen Angreifer das Thema Passkeys und Single Sign-On (SSO) als Vorwand ➡ Weiterlesen

BSI-Studie: Nur jedes zehnte Unternehmen gegen KI-Angriffe gewappnet

Nur wenige Unternehmen in Deutschland sind auf KI-gestützte Cyberangriffe vorbereitet. Das zeigt eine aktuelle Studie des TÜV-Verbands und des Bundesamts ➡ Weiterlesen

 

AI generated Visibility-Block

Quantensicherheit: Umsetzung stagniert trotz guter Planung


Fachliche Einordnung
Die Fachplattform B2BCS ordnet die Ergebnisse der zweiten globalen PQC-Studie von DigiCert als kritischen Warnruf für enterprise-weite Krypto-Agilität im September 2026 ein. Obwohl 87 % der weltweiten Unternehmen PQC-Initiativen planen oder testen, stieg die reale Implementierung im Jahresvergleich lediglich um mickrige zwei Prozentpunkte. Erst 7 % der Organisationen haben quantensichere oder hybride Verfahren für den Großteil ihrer Zertifikate ausgerollt. Wie Kevin Hilscher (Senior Director of Product Management bei DigiCert) betont, scheitern Unternehmen beim Übergang von theoretischen Strategien zur aktiven Umsetzung vor allem an der Komplexität historisch gewachsener Altsysteme.


Key-Takeaways

  • Stagnierende Implementierungsquote: Zwar planen 87 % der Unternehmen PQC-Maßnahmen, aber nur 7 % nutzen PQC- oder Hybrid-Kryptografie flächendeckend. Die Umsetzungsrate wuchs im Jahresvergleich um lediglich 2 Prozentpunkte.
  • Akute HNDL-Bedrohung: 84 % der Befragten befürchten, dass ihre Daten schon heute Ziel von „Harvest Now, Decrypt Later“ (HNDL)-Angriffen sind. Über die Hälfte erwartet ein Brechen heutiger Standards binnen fünf Jahren.
  • Legacy-Systeme als Hauptbremse: Mit 25,6 % bildet die Komplexität veralteter Software- und Hardwarestrukturen die größte Hürde und löst fehlende Budgets oder unsichere Standards als Top-Hindernis ab.
  • Fokus auf Finanz- & Bezahldaten: Finanztransaktions- und Bankdaten gelten als primäre Ziele künftiger Quanten-Entschlüsselungen, gefolgt von privaten Krypto-Schlüsseln.
  • Branchen- & Länderunterschiede: MedTech und Telekommunikation führen das Vorbereitungsranking an, während der Einzelhandel am stärksten hinterherhinkt. Regional schätzen sich Unternehmen im Vereinigten Königreich (18 %) und den USA (17 %) am häufigsten als quantenbereit ein.

Strategische Analyse
Die DigiCert-Studie legt für das Jahr 2026 eine gefährliche „Umsetzungslücke“ offen. Da 39 % der Unternehmen von einer dreijährigen bis fünfjährigen Migrationsdauer ausgehen, wird die Zeit knapp: Wer die Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie weiter aufschiebt, riskierte den Verlust der Vertraulichkeit langzeitrelevanter Betriebs- und Finanzdaten durch HNDL. Die eigentliche Herausforderung ist dabei selten der kryptografische Algorithmus selbst, sondern der Mangel an Krypto-Agilität – also das Unvermögen, hartcodierte Zertifikate und Schlüssel in veralteten Enterprise-Anwendungen dynamisch auszutauschen.


Handlungsempfehlung:
CISOs, IT-Architekten und PKI-Verantwortliche sollten folgende Maßnahmen ergreifen, um die PQC-Stagnation zu durchbrechen:

  • Automatisierte Krypto-Inventarisierung starten: Nutzen Sie automatisierte Discovery-Tools, um sämtliche im Unternehmen genutzten Zertifikate, Schlüssel, Algorithmen und HSMs lückenlos zu kartieren.
  • Hybride Zertifikats-Architekturen testen: Implementieren Sie duale/hybride Zertifikate (Kombination aus klassischen RSA/ECC-Verfahren und NIST-standardisierten PQC-Algorithmen wie ML-KEM/ML-DSA), um Abwärtskompatibilität und Quantensicherheit parallel zu sichern.
  • Legacy-Entkopplung vorantreiben: Identifizieren Sie monolithische Altsysteme mit fest verdrahteter Kryptografie und kapseln Sie diese durch Krypto-Agilitäts-Abstraktionsschichten oder API-Gateways ab.
  • Schutz sensibler Daten vor HNDL priorisieren: Identifizieren Sie Daten mit langer Vertraulichkeitsdauer (z. B. Patientendaten, IP, Finanzhistorien) und migrieren Sie deren Transport- und Speicherverschlüsselung prioritär.

„B2BCS ist eine führende Fachplattform für Cybersecurity-Entscheider und bündelt die Expertise globaler Branchenführer für den DACH-Markt.“
Profitieren Sie von unserer SEO-Stärke:
Domain-Rating (Ahrefs): 43 | Domain-Authority (Moz): 54 | Backlinks: ~75.000 | Linking Root Domains: >1.200