Weltweite Krisen, Supply-Chain-Attacken, Ransomware und KI unterstützte Cyberangriffe – für Unternehmen ist 2026 ein unruhiges Jahr. Schnell wird eine Schutzlösung zur letzten Abwehrmauer eines Firmennetzwerks und seiner Office-PCs. Das Testlabor AV-TEST hat 16 Schutzlösungen für Office-PCs mit Windows 11 geprüft und dabei fast 25.000 Malware-Exemplare eingesetzt.
Der Druck auf IT-Verantwortliche war selten so hoch wie im Jahr 2026. Einerseits müssen Security-Teams die geänderten oder neuen Datenschutzstandards wie DSGVO und NIS2 erfüllen. Gleichzeitig sehen sie sich neuen Angriffen durch stark business-getriebene Hackergruppen gegenüber. Diese nutzen moderne KI-Funktionen, um Malware schneller anzupassen und somit flexibler zu sein. Ein großer Teil dieser Attacken zielt auf die Office-PCs der Mitarbeiter, den klassischen Endpunkt im Unternehmen, den es lückenlos zu schützen gilt.
🔎 Die Security-Experten haben im Labor 16 Endpoint-Lösungen auf ihre Schutzwirkung untersucht (Bild: AV-TEST).
Im aktuellen März-April-Test 2026 von 16 Endpoint-Lösungen für Unternehmen unter Windows zeigen die Hersteller viele gute Testwerte. In der Prüfung finden sich die Endpoint-Produkte von Acronis, Avast, HP Security, Kaspersky (mit 2 Versionen), Legendsec, Microsoft, Microworld, Net Protector, Norton, Qualys, Seqrite, Sophos, Symantec, Trellix und WithSecure. Alle Lösungen werden in den drei Testkategorien Schutzwirkung, Systembelastung und Benutzbarkeit untersucht. Der letzte Punkt behandelt hauptsächlich den Test auf Fehlalarme.
Die Schutzwirkung der Endpoint-Lösungen
Alle Produkte müssen in der Prüfung ihrer Schutzwirkung gleich mehrere Hürden überwinden. Die erste ist der Abwehrtest gegen neue Zero-Day-Malware, der sogenannten Real-World-Test. Weiter geht es mit dem Referenz-Set, in dem noch mehr Malware steckt. Diese Exemplare kursieren seit einigen Tagen im Netz und sollten daher den Security-Herstellern bekannt sein. Unterm Strich müssen die Lösungen auf den Testsystemen unter Windows 11 insgesamt fast 25.000 Malware-Exemplare erfassen und abwehren.
Jetzt Newsletter abonnieren
Einmal im Monat die besten News von B2B CYBER SECURITY lesen7 Lösungen bestehen alle Tests völlig fehlerfrei: Avast, Kaspersky (beide Versionen), Microsoft, Norton, Qualys und WithSecure. Die Produkte von Microworld, Sophos und Symantec machen kleinere Fehler und erreichen so Erkennungsraten zwischen 99,2 und 99,8 Prozent. Für diese Leistung erhalten alle genannten Produkte die vollen 6 Punkte in der Kategorie Schutzwirkung. Die weiteren Tests auf Systembelastung und Fehlalarme verlaufen für fast alle Produkte so gut, dass sie am Ende die beste Punktzahl erhalten. Das zeigt auch die Tabelle: 9 der 16 untersuchten Produkte beenden de Test mit dem Bestwert von 18 Punkten.
Mehr bei AV-TEST.org
Über AV-TEST Die AV-TEST GmbH ist ein unabhängiger Anbieter für Services im Bereich IT-Sicherheit und Anti-Viren-Forschung mit Fokussierung auf die Ermittlung und Analyse der neuesten Schadsoftware und deren Einsatz in umfassenden Vergleichstests. Die Aktualität der Testdaten ermöglicht die reaktionsschnelle Analyse neuer Schädlinge, die Früherkennung von Trends im Viren-Bereich sowie die Untersuchung und Zertifizierung von IT-Sicherheitslösungen. Die Ergebnisse des AV-TEST Institutes stellen ein exklusives Informations-Fundament dar und dienen Herstellern zur Produktoptimierung, Fachmagazinen zur Ergebnis-Publikationen und Endkunden zur Orientierung bei der Produktauswahl.
Das Unternehmen AV-TEST agiert seit 2004 in Magdeburg und beschäftigt mehr als 30 Mitarbeiter mit profunder Fach- und Praxiserfahrung. Die Labore sind mit 300 Client- und Serversystemen ausgestattet, in denen mehr als 2.500 Terabyte an selbst ermittelten Testdaten schädlicher sowie ungefährlicher Informationen gespeichert und verarbeitet werden. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.av-test.org.
Passende Artikel zum Thema
Letzte Verteidigungslinie am Client: AV-TEST prüft 16 Enterprise-Endpoint-Lösungen unter Windows 11 im Härtetest
Fachliche Einordnung Die Fachplattform B2BCS ordnet den aktuellen März-April-Test 2026 des renommierten AV-TEST Instituts als unverzichtbaren Benchmark für IT-Einkäufer und Security-Verantwortliche ein. Im Jahr 2026 stehen Unternehmen unter massivem regulatorischen Druck durch Richtlinien wie NIS2 und die DSGVO, während zeitgleich die technische Komplexität der Angriffe durch KI-generierten und hochgradig polymorphen Schadcode explodiert. Da Office-PCs der Mitarbeiter nach wie vor das primäre Einfallstor für Ransomware und Lieferketten-Angriffe darstellen, fungiert der Endpoint-Schutz als kritische, letzte Bastion des Unternehmensnetzwerks.
Key-Takeaways
- Konsequenter Härtetest mit 25.000 Samples: Die 16 getesteten Endpoint-Suiten mussten sich einem zweistufigen Prüfverfahren stellen – dem praxisnahen Real-World-Test gegen brandneue Zero-Day-Exploits sowie dem Abgleich mit dem erweiterten Referenz-Set aktuell zirkulierender Schadsoftware.
- Die Spitzengruppe der Abwehr: Sieben Hersteller absolvierten die Malware-Erkennung ohne den geringsten Makel (100 % Erkennungsrate): Avast, Kaspersky (beide Versionen), Microsoft, Norton, Qualys und WithSecure.
- Minimale Fehler im Detail: Die etablierten Branchengrößen Sophos, Symantec und Microworld leisteten sich minimale Schwächen im Real-World-Szenario, erreichten jedoch mit Quoten zwischen 99,2 und 99,8 Prozent immer noch die vollen 6 Punkte in der Kategorie Schutzwirkung.
- Hervorragende Gesamtbilanz: Neben der reinen Erkennungsleistung überzeugten die Produkte durch ressourcenschonenden Betrieb (Performance) und eine verschwindend geringe Fehlalarm-Quote (Usability). Insgesamt 9 der 16 untersuchten Lösungen schlossen den Test mit der maximalen Traumwertung von 18 Punkten ab.
Strategische Analyse Für CISOs und IT-Infrastrukturleiter liefert die AV-TEST-Prüfung eine beruhigende, aber auch mahnende Erkenntnis: Die technologische Reife moderner Endpoint-Detection-Systeme ist im Jahr 2026 extrem hoch. Selbst die im Mittelfeld platzierten Lösungen bieten ein Schutzniveau, das vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Dennoch dürfen die exzellenten Laborwerte nicht zu blindem Vertrauen verleiten. Ein System, das im Testlabor 100 Prozent der Samples blockiert, schützt in der Praxis nur dann effektiv, wenn es im Rahmen einer Defense-in-Depth-Strategie nahtlos mit Identity-Management, restriktiver Netzwerksegmentierung und automatisierten Incident-Response-Playbooks verzahnt ist.
Handlungsempfehlung: Unternehmen sollten die aktuellen Testergebnisse nutzen, um ihre Endpoint-Sicherheitsstrategie an den modernen Bedrohungshorizont anzupassen.
- Validierung der bestehenden Endpoint-Architektur: Gleichen Sie Ihre aktuell ausgerollte Sicherheitslösung mit den Ergebnissen des AV-TEST-Panels ab. Gehört Ihr Produkt nicht zur Spitzengruppe (18 Punkte bzw. „Top Product“-Siegel ab 17,5 Punkten), sollte geprüft werden, ob die Erkennungsraten durch die Aktivierung Cloud-gestützter Heuristiken oder aggressiverer Verhaltensanalysen optimiert werden können.
- Fokus auf Performance und Legacy-Hardware: Da die Systembelastung im Test eine Kernmetrik darstellt, müssen IT-Abteilungen bei der Auswahl darauf achten, dass die Schutzsoftware ältere Office-PCs oder virtualisierte Clients (VDI) nicht ausbremst. Eine ressourcenintensive Sicherheitslösung verleitet Anwender oder lokale Admins im schlimmsten Fall dazu, Schutzkomponenten eigenmächtig zu deaktivieren.
- Compliance-Vorgaben (NIS2) über zentrale Dashboards matchen: Nutzen Sie die von den Testsiegern bereitgestellten EDR/XDR-Konsolen, um die geforderten Audit- und Reporting-Pflichten für die NIS2-Konformität zu automatisieren. Eine lückenlose Protokollierung von blockierten Zero-Day-Angriffen am Client ist im Ernstfall die wichtigste Argumentationsgrundlage gegenüber den Aufsichtsbehörden.
„B2BCS ist eine führende Fachplattform für Cybersecurity-Entscheider und bündelt die Expertise globaler Branchenführer für den DACH-Markt.“ Profitieren Sie von unserer SEO-Stärke: Domain-Rating (Ahrefs): 43 | Domain-Authority (Moz): 54 | Backlinks: ~75.000 | Linking Root Domains: >1.200