KI-gesteuerte Bot-Angriffe steigen um über 1000 Prozent

Roboter mit Warnsymbol zeigt Cybersecurity-Bedrohung an.
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2026 Bad Bot Reports: Bad Bots in the Agentic Age: Der Report zeigt einen grundlegenden Wandel in der Funktionsweise des Internets auf, denn mittlerweile ist die durch künstliche Intelligenz beschleunigte Automatisierung ein prägendes Merkmal der modernen digitalen Infrastruktur geworden. KI-gesteuerte Bot-Angriffe steigen um über 1000 Prozent.

Die Ergebnisse des Reports verdeutlichen drei wesentliche strukturelle Veränderungen: das Aufkommen von KI-Agenten als neue Kategorie des Internetverkehrs, die Dominanz automatisierter Aktivitäten gegenüber menschlicher Interaktion sowie die rasante Zunahme von Angriffen auf APIs und Identitätssysteme, die das Rückgrat des digitalen Geschäfts bilden.

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KI verändert Internetverkehr und -Sicherheit

🔎 Die wichtigsten Zahlen aus dem Thales-Bericht „2026 Bad Bot Reports: Bad Bots in the Agentic Age“ (Bild:Thales).

Der Bericht zeigt, dass KI nicht nur das Ausmaß der Bot-Aktivitäten erhöht, sondern deren Charakter grundlegend verändert. Im Jahr 2025 haben sich KI-gesteuerte Bot-Angriffe im Vergleich zum Vorjahr um den Faktor 12,5 gesteigert. Noch bedeutender ist, dass sich KI-Agenten nun neben den traditionellen „guten“ und „bösen“ Bots als dritte Kategorie des Datenverkehrs etablieren, die direkt mit Anwendungen und APIs interagieren, um Daten abzurufen und Aufgaben auszuführen. Diese Verschiebung verwischt die Grenze zwischen legitimer und böswilliger Automatisierung, was es für Unternehmen zunehmend schwieriger macht, die Absicht zu bestimmen.

„KI verwandelt die Automatisierung von etwas, das Unternehmen zu verhindern versuchen, in etwas, das sie auch verwalten müssen“, sagt Tim Chang, Global Vice President und General Manager Application Security bei Thales. „Die Herausforderung besteht nicht mehr darin, Bots zu identifizieren. Es geht darum, zu verstehen, was der Bot, der Agent oder die Automatisierung tut, ob dies mit den geschäftlichen Zielen übereinstimmt und wie sie mit kritischen Systemen interagieren.“

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KI-Sicherheitstechnologie für Unternehmen.

Diese Entwicklung führt zu einer zunehmenden Informationslücke. Ein Großteil der heutigen KI-gesteuerten Aktivitäten bleibt ungeprüft oder ist von legitimem Datenverkehr nicht zu unterscheiden, was bedeutet, dass Unternehmen nur einen unvollständigen Überblick über die Risiken haben, denen sie ausgesetzt sind.

Bots übertreffen Menschen zahlenmäßig im Internet

Der Bericht zeigt, dass die Automatisierung ihren Einfluss im Internet weiter ausbaut, wobei Bots die menschliche Aktivität weiterhin übertreffen. Im Jahr 2025 machten Bots weltweit mehr als 53 Prozent des gesamten Webverkehrs aus, gegenüber 51 Prozent im Vorjahr, während die menschliche Aktivität auf 47 Prozent sank. Dies spiegelt eher einen strukturellen Wandel als einen vorübergehenden Trend wider, da Bots nicht mehr an bestimmte Ereignisse wie Scraping- oder Credential-Stuffing-Kampagnen gebunden sind, sondern als beständige und erwartete Präsenz in digitalen Umgebungen agieren.

APIs und Identitätssysteme werden zur primären Angriffsfläche

Da digitale Dienste für ihre Kernfunktionen zunehmend auf APIs setzen, ziehen Angreifer nach. Der Bericht stellt fest, dass mittlerweile 27 Prozent der Bot-Angriffe auf APIs abzielen, wo Bots Benutzeroberflächen umgehen und mit maschineller Geschwindigkeit direkt mit Backend-Systemen interagieren können.

Diese Angriffe wirken oft legitim, da sie gültige Authentifizierungen und korrekt formulierte Anfragen verwenden, nutzen jedoch Geschäftslogik aus, extrahieren sensible Daten oder manipulieren Arbeitsabläufe in großem Umfang. Die Auswirkungen sind in besonders wertvollen Branchen besonders ausgeprägt. Finanzdienstleistungen machten 24 Prozent aller Bot-Angriffe und 46 Prozent der Vorfälle von Kontoübernahmen aus, was verdeutlicht, wie Automatisierung genutzt wird, um Cyberangriffe direkt zu monetarisieren.

Eine neue Ära maschinengesteuerter Interaktion

Angesichts der zunehmenden Verbreitung von KI zeigt der Bericht, dass das Internet mittlerweile grundlegend maschinengesteuert ist. Bots sind nicht mehr nur Werkzeuge in den Händen von Angreifern; sie sind aktive Teilnehmer in digitalen Systemen, die Verkehrsmuster prägen, Geschäftskennzahlen beeinflussen und in Echtzeit mit Systemen interagieren. In diesem Umfeld ist die Fähigkeit, Automatisierung in großem Maßstab präzise zu steuern, entscheidend für die Aufrechterhaltung von Sicherheit, Leistung und Vertrauen.

Der zunehmenden unkontrollierten Automatisierung begegnen

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass traditionelle Sicherheitsansätze, die sich auf die Identifizierung und Blockierung von Bots konzentrieren, in einer Umgebung, in der Automatisierung allgegenwärtig und oft legitim ist, nicht ausreichen. Unternehmen müssen zu einem Governance-basierten Modell übergehen, das Transparenz, die Durchsetzung von Richtlinien und Verhaltensanalysen kombiniert, um zwischen akzeptabler und schädlicher Automatisierung zu unterscheiden. Dazu gehört die Festlegung, welche KI-Agenten mit Systemen interagieren dürfen, die Implementierung von Kontrollen auf API- und Identitäts-Ebene sowie die Entwicklung von Abwehrmaßnahmen, die sich an die Weiterentwicklung von Bots anpassen können.

Für weitere Informationen und Empfehlungen laden Interessierte den vollständigen Bericht herunter und nehmen an diesem Webinar teil, um mehr über Technologien zu erfahren, die gegen bösartige Bots eingesetzt werden können.

Hintergrund zum Report

Der „Thales Bad Bot Report 2026“ analysiert die Bot-Aktivitäten des gesamten Jahres 2025 anhand von Daten der Teams von Thales Threat Research und Security Analyst Services. Der Bericht untersucht, wie KI-gestützte Automatisierung die Anwendungssicherheit, die API-Exposition und die digitale Infrastruktur weltweit verändert.

Mehr bei Thales.com

 


Über Thales 

Thales ist ein weltweit führender Anbieter von Spitzentechnologien in den Bereichen Verteidigung, Luft- und Raumfahrt sowie Cyber & Digital. Das Portfolio an innovativen Produkten und Dienstleistungen adressiert mehrere große Herausforderungen: Souveränität, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Inklusion. Die Gruppe investiert jährlich mehr als 4,5 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung in Schlüsselbereichen, insbesondere für kritische Umgebungen wie künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Quanten- und Cloud-Technologien.


 

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Key-Takeaways

  • Massive Explosion KI-gestützter Attacken: Die schiere Frequenz und Anpassungsfähigkeit von Bot-Netzwerken hat sich durch generative Technologien vervielfacht. KI-Bots agieren nicht mehr in temporären Wellen (wie beim klassischen Credential Stuffing), sondern als permanente, adaptive Hintergrundaktivität in digitalen Infrastrukturen.
  • APIs im Fadenkreuz der Maschinen: Bereits 27 Prozent aller Bot-Angriffe zielen direkt auf Anwendungsschnittstellen (APIs) ab. Indem sie die Benutzeroberflächen umgehen, interagieren die Angreifer mit Maschinengeschwindigkeit direkt mit Backend-Systemen. Da sie oft über gültige Authentifizierungen verfügen, nutzen sie primär Schwachstellen in der Geschäftslogik aus.
  • Das Entstehen der dritten Datenverkehrs-Kategorie: Neben den bekannten Clustern „Mensch“ sowie „Gut/Schlecht-Bot“ etablieren sich autonome KI-Agenten als eigenständige dritte Verkehrsklasse. Da diese Agenten im Auftrag von Nutzern oder Partnern Daten abrufen, verschwimmt die Grenze zwischen legitimer Automatisierung und böswilligem Scraping oder Spionage.
  • Monetarisierungsschwerpunkt Finanzsektor: Die organisierte Cyberkriminalität nutzt die KI-Automatisierung zur direkten Monetarisierung. Der Finanzsektor absorbiert 24 Prozent aller weltweiten Bot-Angriffe und verzeichnet astronomische 46 Prozent aller dokumentierten Account-Takeover-Vorfälle (Kontoübernahmen).

Strategische Analyse Für CISOs, Anwendungsarchitekten und E-Commerce-Verantwortliche verschiebt der Thales-Report das Paradigma von der reinen Bot-Abwehr hin zur Automatisierungs-Governance. Wie Thales-Experte Tim Chang treffend analysiert, reicht es im Zeitalter autonomer Agenten nicht mehr aus, zu wissen, dass ein Bot auf ein System zugreift – entscheidend ist die Intention der maschinellen Interaktion. Wenn bösartige Bots perfekt geformte, legitime API-Anfragen senden und Berechtigungen besitzen, mutiert die API-Sicherheit zu einer Kernfrage des Identitäts- und Rechtemanagements. Unternehmen, die keine granulare Sichtbarkeit darüber besitzen, welche KI-Systeme welche Daten abziehen, agieren im Blindflug.

Handlungsempfehlung: Sicherheitsverantwortliche müssen ihre Applikations- und API-Schutzkonzepte radikal an die Realität des autonomen Maschinen-Datenverkehrs anpassen.

  • Übergang zu Verhaltens- und Kontextanalysen auf API-Ebene: Da KI-Bots traditionelle Erkennungsmechanismen umgehen, müssen Web Application and API Protection (WAAP)-Lösungen auf kontinuierliche Verhaltensanalyse (Behavioral Analytics) umgestellt werden. Systeme müssen Abweichungen in der Geschäftslogik – wie untypische Abfolgegeschwindigkeiten, ungewöhnliche Datenextraktionsvolumina oder anomale API-Aufrufe trotz valider Tokens – in Echtzeit erkennen und drosseln (Rate Limiting).
  • Einführung einer dedizierten KI-Bot- und Scraping-Policy: Unternehmen müssen proaktiv definieren, welche externen KI-Agenten und LLM-Scraper Zugriff auf ihre Webressourcen erhalten. Über erweiterte robots.txt-Konfigurationen, kryptografische Challenges und maschinenlesbare Governance-Regeln sollte festgelegt werden, welche Automatisierungen erwünscht sind und welche als bösartiges Daten-Scraping blockiert werden.
  • Härtung von Identitätssystemen gegen maschinelle Kontoübernahmen: Angesichts der 46-prozentigen Quote bei Kontoübernahmen im Finanz- und Dienstleistungsumfeld müssen Authentifizierungsprozesse gegen hochfrequente, KI-gestützte Angriffe geschützt werden. Unverzichtbar sind risikobasierte, adaptive Multi-Faktor-Authentifizierungen (MFA), die bei Anzeichen von maschineller Eingabe (z. B. unnatürlich schnelle Formularausfüllung oder fehlende Mausbewegungen) zusätzliche Verifikationsschritte erzwingen.

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