Ein unabhängiger Partner für Identity-Lösungen veröffentlichte die Ergebnisse seines Reports Businesses at Work. Zentrale Erkenntnis: Weltweit stufen 99 Prozent der Führungskräfte in der obersten Führungsebene das Identity and Access Management (IAM) als wichtig für die KI-Transformation ein; 90 Prozent fehlt aber nach wie vor eine umfassende Strategie zur Steuerung autonomer Agenten. Schlimmer noch: Lediglich 58 Prozent nennen die Governance von KI-Agenten als das Hauptanliegen.
Diese kritische Lücke in der Identitäts-Governance existiert zu einem entscheidenden Zeitpunkt für Unternehmen in der EMEA-Region, denn die nächste sehr wichtige Frist zur Einhaltung des EU-KI-Gesetzes in den Mitgliedsstaaten ist am 2. August 2026 fällig. Unternehmen müssen diese Lücken bei der Authentifizierung, Governance und Zugriffskontrolle für KI-Systeme dringend schließen.
„Für Unternehmen in der gesamten EMEA-Region besteht die Herausforderung nun darin, sicherzustellen, dass die Governance mit der Einführung von KI Schritt hält. Da KI-Agenten zunehmend operative Aufgaben übernehmen, verschafft die Identitätsverwaltung den Unternehmen die nötige Transparenz und Kontrolle, um sie verantwortungsbewusst einzusetzen“, sagt Matt Ellard, GM EMEA bei Okta.
Wichtige Erkenntnisse:
- Die Bedrohungslandschaft entwickelt sich 6,3-mal schneller als die Einführung hochsicherer Schutzmaßnahmen durch Unternehmen, was zu einer sich vergrößernden „Phishing-Lücke“ führt.
- Angriffe auf Basis von Anmeldedaten sind mittlerweile für 60 Prozent aller Sicherheitsvorfälle und 88 Prozent der Web-Anwendungs-Sicherheitsverletzungen verantwortlich.
- In Deutschland ist der Anstieg der Bedrohungen pro Authentifizierungsvorgang auf 28 Prozent (gegenüber 19 Prozent im Vorjahr) am stärksten.
- Unternehmen investieren in die Identitätsbereitschaft – FastPass-Phishing-resistente Authentifizierungen stiegen im Jahresvergleich um 81 Prozent, was auf eine starke Dynamik in Richtung passwortloser, hochsicherer Authentifizierung hindeutet.
- Die Governance von Dienstkonten schreitet rasch voran, wobei zentral verwaltete nicht-menschliche Identitäten im Jahresvergleich um 650 Prozent zunahmen – ein Indikator dafür, dass Unternehmen ihre Infrastruktur auf autonome Systeme vorbereiten.
- Workflow-gesteuerte Automatisierung nimmt zu. In Deutschland haben bereits 79 Prozent der Einzelhandelsunternehmen automatisierte Governance Workflows eingeführt, hinter den Niederlanden die zweithöchste Rate weltweit.
- Die Aktivitäten im Bereich der Zugriffs-Governance sind explodiert – die Anzahl der Zugriffsanfragen pro Unternehmen stieg im Jahresvergleich um 158 Prozent (1140 Prozent über zwei Jahre beobachtet).
- Die 42 Prozent der Unternehmen, in denen nicht-menschliche Identitäten weit verbreitet sind, verdeutlichen, wie schnell sich autonome Systeme etablieren. Ohne ausgereifte Governance wird diese Expansion zu einem Risiko.
„Okta for AI Agents, das nun allgemein verfügbar wird, ist eine direkte Antwort auf den Bedarf, den unser Report unterstreicht. Wir helfen Unternehmen und Kunden in der gesamten EMEA-Region dabei, die allgemein gegenwärtige KI-Sicherheitslücke zu schließen. Kern ist dabei unsere Fähigkeit, Schatten-KI aufzudecken und einen Kill-Switch für die Zugangskontrolle bezüglich der KI-Agenten zur Verfügung zu stellen. Letzteres ist besonders wichtig, da KI-Agenten wie jede digitale Identität behandelt werden müssen. Das bedeutet: Sie brauchen Zugriffsrechte und man muss wissen, wer diese gewährt hat und worauf. Im Notfall lässt sich mit dem Kill-Switch sofort der Zugang unterbrechen. Das macht modernes Identitätsmanagement mit einer Identity Security Fabric als Basis zum Fundament und überhaupt erst Ermöglicher einer wirklich sicheren Agenten-Implementierung,“ erklärt Sven Kniest, VP Central & Eastern Europe bei Okta.
Die Ergebnisse, die aus anonymisierten Daten von mehr als 8000 Unternehmensintegrationen im Okta Integration Network gewonnen wurden, decken eine Diskrepanz auf: Unternehmen führen KI-Agenten rasch ein – 91 Prozent der befragten Unternehmen nutzen sie derzeit – doch die meisten befinden sich noch in frühen oder begrenzten Phasen der Bereitstellung.
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Über Okta
Okta ist das führende Unternehmen für Identitätsmanagement und Cyber-Sicherheit mit Schwerpunkt auf sicherer Anmeldetechnologie, das der breiten Öffentlichkeit vor allem für seine 6-stelligen Authentifizierungscodes bekannt ist. Die Cloud-Lösungen von Okta für Mitarbeiter- und Kundenidentitäten werden von 19 000 Unternehmen weltweit genutzt, darunter Virgin Media, Direct Line, KPMG, Nando’s, JD Sports, John Lewis und viele mehr.
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Key-Takeaways
- Massive Governance-Lücke bei KI-Agenten: Obwohl bereits 91 Prozent der Unternehmen KI-Agenten einsetzen, fehlt 90 Prozent der Verantwortlichen eine klare Steuerungsstrategie. Nur 58 Prozent der C-Level-Entscheider begreifen die Governance dieser autonomen Systeme überhaupt als primäres Sicherheitsanliegen.
- Explosion der Identitäts-Bedrohungen: Angriffe auf Anmeldedaten mutieren zum Standardvektor: Sie sind inzwischen für 60 Prozent aller Sicherheitsvorfälle und 88 Prozent der Verletzungen von Web-Anwendungen verantwortlich. Die Bedrohungslandschaft entwickelt sich dabei statistisch 6,3-mal schneller als die Implementierung entsprechender Schutzmaßnahmen durch Unternehmen.
- Deutschland im Fadenkreuz: Der Anstieg von Cyberbedrohungen pro Authentifizierungsvorgang schlägt in Deutschland mit einem Sprung auf 28 Prozent (Vorjahr: 19 %) besonders heftig ins Gewicht – der Spitzenwert im internationalen Vergleich.
- Vorbereitung auf die Maschinen-Infrastruktur: Ein positiver Trend zeigt sich bei der Zentralisierung nicht-menschlicher Identitäten (NHIs). Die zentral verwalteten Dienstkonten verzeichneten ein massives Wachstum von 650 Prozent im Jahresvergleich. Zudem ist Deutschland Vorreiter bei automatisierten Governance-Workflows: 79 Prozent der hiesigen Einzelhandelsunternehmen haben diese bereits implementiert (Platz 2 weltweit).
- Ausufernde administrative Last: Das Verwalten von Rechten gerät an Belastungsgrenzen. Die Anzahl der Zugriffsanfragen pro Unternehmen ist im Jahresvergleich um 158 Prozent nach oben geschossen – über einen Zweijahreszeitraum betrachtet entspricht dies einer Explosion um 1140 Prozent.
Strategische Analyse Wie Matt Ellard (GM EMEA bei Okta) verdeutlicht, übernehmen autonome KI-Agenten in Unternehmen rasant operative Aufgaben und weiten damit die Angriffsfläche drastisch aus. Das Problem: Ein KI-Agent agiert als dynamischer Akteur, der eigenständig Entscheidungen trifft und Datenströme manipuliert. Wird er nicht wie eine vollwertige digitale Identität behandelt, entsteht eine unkontrollierte Schatten-IT auf Steroiden. Wenn die Bedrohungsrate in Deutschland pro Log-in-Versuch derart massiv ansteigt, kollabieren klassische IAM-Strukturen unter der Last automatisierter Angriffe. Die gefundene Dynamik hin zu passwortlosen, phishing-resistenten Verfahren (+81 % bei FastPass-MFA) zeigt jedoch, dass die technische Aufrüstung an der Basis begonnen hat.
Handlungsempfehlung: Unternehmen müssen autonome Systeme zwingend in ihre Identity Security Fabric integrieren, um rechtliche Fristen einzuhalten und den Kontrollverlust zu stoppen.
- Etablierung einer zentralen Governance-Schicht für KI-Identitäten: Behandeln Sie jeden KI-Agenten im Netzwerk regulatorisch und technisch wie einen menschlichen Mitarbeiter oder ein hochprivilegiertes Dienstkonto. Es muss lückenlos nachvollziehbar sein, wer dem Agenten welche Berechtigungen erteilt hat, auf welche Datenbestände er zugreift und welche Aktionen er autonom ausführt.
- Schatten-KI aufdecken und Kill-Switches implementieren: Setzen Sie auf spezialisierte IAM-Lösungen für KI-Ökosysteme (wie Okta for AI Agents), um die unautorisierte Nutzung von LLMs im Unternehmensnetzwerk aufzudecken. Für alle aktiven KI-Agenten muss ein zentraler, technischer Notfall-Ausschalter (Kill-Switch) eingerichtet werden, mit dem die Zugriffskontrolle im Falle einer Kompromittierung (z. B. durch Prompt Injection) augenblicklich gekappt werden kann.
- Beschleunigung des Wechsels auf phishing-resistente Authentifizierung: Um der rasant wachsenden Bedrohungslage bei Anmeldedaten (60 % aller Vorfälle) effektiv zu begegnen, muss die Migration auf passwortlose, hardware- oder plattformbasierte Authentifizierungsstandards (wie FastPass oder FIDO2) für die gesamte Belegschaft priorisiert werden.
- Automatisierung des Zugriffsmanagements zur Entlastung der IT: Angesichts des astronomischen Anstiegs von Zugriffsanfragen (+1140 % in zwei Jahren) müssen Unternehmen flächendeckend workflow-gesteuerte Governance-Automatisierungen einführen. Manuelle Genehmigungsprozesse für Rechtevergaben müssen durch automatisierte, regelbasierte Zertifizierungen ersetzt werden, um administrative Bottlenecks zu verhindern.
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