Das BKA und internationale Partner haben die Phishing-as-a-Service-Plattform „Kratos“ zerschlagen. Cyberkriminelle konnten die Infrastruktur mieten und so etwa täuschend echte Microsoft-Authentifizierungsseiten bauen. Die Ermittler konnten Personen identifizieren, Server stilllegen und Domains beschlagnahmen.
Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) haben gemeinsam mit US-Behörden die zentrale Infrastruktur des weltweit verbreiteten Phishing-as-a-Service-Dienstes „Kratos“ zerschlagen.
Ende für Phishing-as-a-Service-Plattform „Kratos“
Kratos war ein digitaler Baukasten, mit dem sich täuschend echte Microsoft-Authentifizierungsseiten und andere Login-Masken erstellen und verwalten ließen, um Zugangsdaten wie Passwörter und E-Mail-Adressen zu stehlen (Phishing). Der Baukasten wurde an andere Cyberkriminelle weitervermietet, die dann die eigentlichen Phishing-Kampagnen durchführten. Ermittler gehen davon aus, dass über 1.800 kriminelle Franchisenehmer Kratos gekauft und damit monatlich etwa 15.000 Phishing-Kampagnen durchgeführt haben.
Bei den koordinierten Maßnahmen wurden mehr als 200 Server der Kratos-Infrastruktur unschädlich gemacht und die Plattform vollständig stillgelegt. Der mutmaßliche Entwickler und technische Administrator wurde in Indonesien festgenommen. Mit der Festnahme des Administrators sowie der Abschaltung zentraler technischer Komponenten wurde die Kratos-Infrastruktur vollständig außer Betrieb gesetzt. Durch Kratos unterstützte Phishing-Kampagnen können dadurch nicht mehr fortgeführt werden.
Weiterer Schlag durch BKA und und internationale Partner
Bereits vor kurzem haben BKA und Europol die Schadsoftware-Infrastruktur von SocGholish ausser Gefecht gesetzt: In einer international abgestimmten Aktion haben Sicherheitsbehörden die Infrastruktur des SocGholish-Botnetzes lahmgelegt, das für großangelegte Malware-Kampagnen und DDoS-Angriffe verantwortlich war. Die Operation umfasste die Abschaltung zahlreicher Server und Domains, die von der Gruppierung zur Verbreitung von Schadsoftware genutzt wurden.
In enger Zusammenarbeit konnte auch das riesige DDoS-Angriffsnetze Aisuru und Kimwolf ausgeschaltet werden: Deutschen, US-amerikanischen und kanadischen Behörden ist ein Schlag gegen zwei der weltweit größten Botnetze gelungen. Aisuru und Kimwolf, die für hypervolumetrische DDoS-Angriffe mit bis zu 31,4 Terabit pro Sekunde verantwortlich waren, wurden durch die Abschaltung ihrer global verteilten Infrastruktur neutralisiert. Mehr als drei Millionen IoT-Geräte waren von den Botnetzen kompromittiert.
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