Die gefährlichen Neun: Malware im Kurzporträt

Die gefährlichen Neun: Malware-Programme im Kurzportät
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Die Vorstellung jeder Malware die auf Unternehmen zielt würde jeden Rahmen sprengen. Hier stellen die Varonis Threat Labs 9 wichtige Malware-Varianten vor, die in den letzten Jahren besonders auf Informationen in Unternehmen abgezielt haben – meist Remote-Access-Trojaner (RAT), Information Stealer oder Banking-Trojaner.

Die Varonis Threat Labs haben neben einem deutlichen Trend zu stark individualisierter Ransomware im letzten Jahr auch eine steigende Verbreitung sogenannter „Commodity Malware“ festgestellt. Unter diesem Begriff versteht man Schadsoftware, die in großem Umfang zum Kauf oder zum kostenlosen Download angeboten wird, die nicht auf einzelne Opfer angepasst ist und von einer Vielzahl unterschiedlicher Angreifer verwendet wird. Unter der enormen Menge an verfügbaren Malware-Varianten spielen nach den Beobachtungen der Sicherheitsforscher vor allem folgende neun eine herausragende Rolle.

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njRAT – Remote-Access-Trojaner (RAT)

njRAT wurde erstmals Ende 2012/Anfang 2013 beobachtet und ist ein weit verbreiteter Remote-Access-Trojaner (RAT), der ursprünglich von der Cybercrime-Bande Sparclyheason entwickelt wurde. Der Quellcode dieses RAT wurde bereits im Mai 2013 veröffentlicht. Dies führte dazu, dass er vor allem von weniger versierten Cyberkriminellen genutzt wird. In Untergrundforen und auf YouTube wurden zahlreiche Anleitungen und Tutorials zur Verwendung veröffentlicht. njRAT ist immer noch sehr weit verbreitet und wird zumeist über Spam-Kampagnen verteilt. Zudem findet er sich in „trojanisierten“ Versionen legitimer Anwendungen, die von verdächtigen Quellen und File-Sharing-Websites heruntergeladen werden.

Ähnlich wie andere populäre RAT-Programme bietet njRAT Fernsteuerungs- und Überwachungsfunktionen sowie die Möglichkeit, Dateien zu übertragen und auszuführen, die Registry zu manipulieren und auf eine Remote-Shell zuzugreifen. Darüber hinaus kann das RAT über angeschlossene Mikrofone und Webcams Audio- und Videoaufnahmen aus der Ferne machen sowie Keylogging- und Kennwortdiebstahl-Funktionen nutzen.

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Formbook (XLoader)

Formbook wurde erstmals Anfang 2016 beobachtet und 2020 in XLoader umbenannt. Formbook steht in Untergrundforen als Malware-as-a-Service zur Verfügung und wird häufig von weniger versierten Angreifern verwendet, um Anmeldeinformationen oder andere Daten von Opfern zu stehlen.

Die Verbreitung von Formbook nahm wohl insbesondere aufgrund seiner Verfügbarkeit, geringen Kosten und einfachen Verwendung auch im Jahr 2021 weiter zu. Ursprünglich zielte Formbook nur auf Windows ab. Seit der Einführung von XLoader wird jedoch auch Apple macOS unterstützt. Formbook enthält neben seinen Fähigkeiten zum Diebstahl von Anmeldeinformationen auch einige RAT-ähnliche Funktionen, wie die Möglichkeit, Nutzdaten zu übertragen und auszuführen sowie einen Neustart oder das Herunterfahren des Systems zu erzwingen. Insofern eignet sich Formbook auch als Einstiegspunkt, um bösartige Nutzlasten zu verbreiten und auch weitere Ziele jenseits eines Datendiebstahls zu erreichen.

NanoCore – Remote-Access-Trojaner (RAT)

NanoCore wurde erstmals im Jahr 2013 entdeckt und konnte für rund 25 US-Dollar erworben werden. Mittlerweile sind auch „geknackte“ Versionen im Cybercrime-Untergrund weit verbreitet. Die Malware bietet typische RAT-Funktionen, die durch eine modulare Architektur ergänzt werden können. So lässt sich durch Plugins die Funktionalität deutlich erweitern. Dank der Verfügbarkeit von geknackten und geleakten Versionen wird NanoCore auch heute noch häufig eingesetzt. Die Verbreitung erfolgt dabei zumeist über Phishing-Mails sowie infizierte Raubkopien.

Lokibot – Information Stealer

Lokibot (auch bekannt als Loki und LokiPWS) ist ein Information Stealer, der erstmals Mitte 2015 auftauchte und zunächst für bis zu 400 US-Dollar in Cybercrime-Foren verkauft wurde, bevor sein Quellcode geleakt wurde. Er unterstützt zusätzliche Module wie einen Keylogger und Funktionen zum Diebstahl von Kryptowährungs-Wallets. Zuletzt wurde er häufig in Zusammenhang mit COVID-19-Phishing-Kampagnen beobachtet.

Remcos – Remote-Access-Trojaner (RAT)

Remcos wird als „legitimes“ kommerzielles Fernzugriffs-Tool vermarktet und wird von seinen Entwicklern regelmäßig aktualisiert. Remcos ist eine der am weitesten verbreiteten Remote Access Trojaner und richtet sich wie ähnliche Tools vor allem an wenig erfahrene Angreifer, die sich in zahlreichen YouTube-Tutorials über die Malware informieren können. Allerdings verwenden auch viele professionelle Angreifer Remcos, um nicht eigene Tools entwickeln zu müssen und sich so auf die anderen Phasen ihres Angriffs konzentrieren zu können.

Zusätzlich zu den Standard-RAT-Funktionen bietet Remcos eine „Remote Scripting“-Funktion, mit der Code gleichzeitig auf mehreren Hosts ausgeführt werden kann. Darüber hinaus können Nutzer von Remcos zusätzliche Dienste von den Entwicklern erwerben, z. B. einen Massen-Mailer zum Versenden von Phishing-Mails und einen dynamischen DNS-Dienst. Dieser stellt einen einzigen Hostnamen zur Verfügung, der den Zugriff auf den Command-and-Control (C2)-Host erleichtert und es den Angreifern ermöglicht, ihre IP-Adresse zu aktualisieren, ohne die Remcos-Binärdatei aktualisieren zu müssen.

AZORult – Information Stealer

AZORult wurde erstmals Anfang 2016 entdeckt und ist ein Information Stealer, der häufig über Malspam-Kampagnen verbreitet wird, die aktuelle Themen aufgreifen oder sich als legitime Geschäftskommunikation tarnen. Dabei werden zumeist Microsoft Office-Dokumente mit bösartigen Makros verbreitet. Aktivieren die Opfer Makros, wird die bösartige Nutzlast von der Command-and-Control-Infrastruktur der Angreifer heruntergeladen. Anschließend wird AZORult gestartet, um vertrauliche Daten zu stehlen, darunter Anmeldeinformationen, Zahlungskartendetails, Browsing-Daten und Kryptowährungs-Wallets, bevor er sie an den C2 sendet und sich deaktiviert.

AZORult tritt häufig in Verbindung mit anderen Angriffen auf, die zumeist weitere Ziele verfolgen. Neben der Tarnung als Geschäftskommunikation erfolgt die Verbreitung häufig über infizierte „Cracks“ oder andere fragwürdige Inhalte, die häufig mit Urheberrechtsverletzungen in Verbindung stehen.

Netwire – Remote-Access-Trojaner (RAT)

Netwire wurde erstmals 2012 identifiziert und ist sehr stark verbreitet. Der Fernzugriffstrojaner (RAT), wird häufig über Phishing-Kampagnen verbreitet, die vermeintlich Bestellbestätigungen oder Tracking-Benachrichtigungen beinhalten. Zusätzlich zu den Standard-RAT-Funktionen verfügt Netwire seit 2016 über eine Funktion zum Auslesen von Zahlungskarten. Diese zielt auf speziell auf Zahlungsgeräte in Geschäften ab.

Netwire verwendet für seinen Command-and-Control-Verkehr eine spezielle Verschlüsselung, um einer Entdeckung zu entgehen und Ermittlungen zu erschweren. Die gestohlenen Daten werden dabei vor der Übertragung verschlüsselt.

Danabot – Banking-Trojaner

Bei Danabot handelt es sich um einen modularen Banking-Trojaner, der ursprünglich von einer einzigen Gruppe genutzt wurde und nun als Malware-as-a-Service (MaaS) an andere Cyberkriminelle verkauft wird. Ursprünglich konzentrierte sich Danabot auf den Diebstahl von Anmeldeinformationen, Kryptowährungskonten und Bankanmeldeinformationen durch Web-Injects. Durch die modulare Architektur lässt sich die Malware jedoch leicht anpassen und vielseitig einsetzen. So stehen etwa RAT- und eine Ransomware-Verschlüsselungsfunktionen zur Verfügung.

Im Oktober 2021 wurde ein NPM-Paket für die beliebte JavaScript-Bibliothek „UAParser.js“ kompromittiert und modifiziert, um Danabot zusammen mit einem Crypto-Miner herunterzuladen und auszuführen. Das legitime Paket wird wöchentlich zwischen sechs und sieben Millionen Mal heruntergeladen, was die enormen Auswirkungen eines Supply-Chain-Angriffs verdeutlicht.

Emotet – Malware, Spionage, Downloader, Ransomware

Emotet ist wohl eines der bekanntesten Schadprogramme. Ursprünglich wurde Emotet als Banking-Trojaner entwickelt. Obwohl Emotet einige Kernfunktionen zum Stehlen von Informationen beibehielt, entwickelte sich die Malware im Laufe der Jahre zu einem Downloader für andere bösartige Nutzlasten. Die Akteure hinter Emotet offerierten ihr Botnet zudem als Dienstleistung und wurden so zu einem führenden Verteiler anderer gängiger Bedrohungen wie etwa der Ryuk-Ransomware.

Zwischenzeitlich wurde es auch aufgrund eines internationalen Takedowns durch verschiedene Strafverfolgungsbehörden etwas ruhiger um Emotet. Allerdings nehmen die Aktivitäten wieder deutlich zu, teilweise unter neuen Namen und in anderen Konstellationen.

Mehr bei Varonis.com

 


Über Varonis

Varonis verfolgt seit seiner Gründung 2005 einen anderen Ansatz als die meisten IT-Sicherheits-Anbieter, indem es die sowohl lokal als auch in der Cloud gespeicherten Unternehmensdaten ins Zentrum der Sicherheitsstrategie stellt: sensible Dateien und E-Mails, vertrauliche Kunden-, Patienten- und Mitarbeiterdaten, Finanzdaten, Strategie- und Produktpläne sowie sonstiges geistiges Eigentum. Die Varonis Datensicherheits-Plattform (DSP) erkennt Insider-Bedrohungen und Cyberangriffe durch die Analyse von Daten, Kontoaktivitäten, Telemetrie und Nutzerverhalten, verhindert oder begrenzt Datensicherheitsverstöße, indem sie sensible, regulierte und veraltete Daten sperrt und bewahrt einen sicheren Zustand der Systeme durch effiziente Automatisierung.,


 

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