Das Bundeskabinett hat im Juli 2026 das Programm „CyberGovSecure“ beschlossen, ein umfassendes Maßnahmenpaket zur systematischen Verbesserung der Cybersicherheit und Cyberresilienz in der gesamten Bundesverwaltung. Das Programm setzt einen verbindlichen Rahmen und folgt damit der Cyberstrategie der Bundesregierung. Deutschland hat 2025 Schäden in Höhe von 289 Milliarden Euro erlitten.
Das Programm „CyberGovSecure“ setzt sich zum Ziel, die Cybersicherheit und Cyberresilienz der Bundesverwaltung ressortübergreifend, wirksam und messbar zu stärken. Die Maßnahmen werden im Rahmen des Beschlusses des Kabinetts gebündelt und umfassen Sofortmaßnahmen, die den Schutz Deutschlands vor Cyberangriffen verbessern und die digitale Widerstandsfähigkeit des Landes stärken sollen.
Steigende Bedrohungslage für deutsche Behörden
Die Bundesregierung reagiert mit dem Programm auf die steigende Bedrohung durch Cyberangriffe. Deutschland ist zunehmend Ziel von Spionage, Sabotage und Ransomware-Angriffen. Im Jahr 2025 beliefen sich die Schäden durch Cyberkriminalität in Deutschland auf rund 289 Milliarden Euro, wobei 87 Prozent der Unternehmen betroffen waren. Durchschnittlich mussten Unternehmen 1.345 Angriffe pro Woche abwehren.
Parallel dazu werden die Befugnisse der Sicherheitsbehörden ausgeweitet. Das BSI, BKA und die Bundespolizei erhalten erweiterte Kompetenzen zur Detektion und Abwehr von Cyberangriffen. Das BSI darf künftig auf Ersuchen einer Institution in deren Systemen nach vorbereitenden Maßnahmen von Angreifern suchen und gegen wechselnde Internet-Domänen vorgehen, die bei der Verbreitung von Schadsoftware eine Rolle spielen.
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Einbindung in die Cyberstrategie
CyberGovSecure ist eingebettet in die umfassendere Cyberstrategie der Bundesregierung, die im Sommer 2025 verabschiedet wurde. Die Strategie umfasst organisatorische, technische und regulatorische Maßnahmen:
- Nationaler Sicherheitsrat: Seit Sommer 2025 für die politische Koordination zuständig, soll Bedrohungen ressortübergreifend bündeln und die Reaktionsfähigkeit in Krisenlagen erhöhen.
- Sicherheitsinstitut für Künstliche Intelligenz: Neu eingerichtet, bewertet systematisch Chancen und Risiken leistungsfähiger KI-Modelle und arbeitet an einheitlichen Standards mit.
- Nationales Cyber-Abwehrzentrum: Koordiniert bei akuten Angriffen die Informationen zwischen beteiligten Stellen, um Lage und Handlungsoptionen schnell abzustimmen.
- Gemeinsames Zentrum von Bund und Ländern zur Abwehr hybrider Bedrohungen: Im Juni 2026 von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt eröffnet, stärkt die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern.
Regulatorischer Rahmen: NIS2 und KRITIS
Die Maßnahmen ergänzen die Umsetzung der EU-Richtlinie NIS2, die seit Anfang 2026 rund 29.500 Unternehmen in Deutschland zu Cybersicherheitsmaßnahmen verpflichtet. Betroffen sind nicht nur Betreiber kritischer Infrastrukturen, sondern auch viele mittelständische Unternehmen in 18 Sektoren – von Energie und Gesundheit bis zur verarbeitenden Industrie. Das KRITIS-Dachgesetz schafft erstmals einheitliche Schutzvorgaben für kritische Infrastrukturen. Unter NIS2 gelten strenge Meldepflichten: erste Meldung binnen 24 Stunden, eine detaillierte Analyse nach 72 Stunden und ein Abschlussbericht spätestens nach einem Monat. Unternehmen müssen Risikomanagement etablieren, Sicherheitskonzepte erstellen, Lieferketten absichern und Mitarbeitende schulen.
Für Unternehmen, insbesondere solche mit Behörden als Kunden oder Partner, signalisiert CyberGovSecure, dass die Anforderungen an Cybersicherheit weiter steigen. Das Programm setzt einen verbindlichen Rahmen für die Bundesverwaltung, der auch mittelbar Auswirkungen auf Zulieferer und Dienstleister haben wird.
Mehr bei BSI.Bund.de
Über das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist die Cyber-Sicherheitsbehörde des Bundes und Gestalter einer sicheren Digitalisierung in Deutschland. Das Leitbild: Das BSI als die Cyber-Sicherheitsbehörde des Bundes gestaltet Informationssicherheit in der Digitalisierung durch Prävention, Detektion und Reaktion für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.
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