Deutschland bleibt Hotspot für Ransomware-Angriffe

Laptop mit "System kompromittiert" Warnung und Sicherheitsrisiko.
Anzeige
KI-Sicherheitstechnologie für Unternehmen.

Beitrag teilen

Die globale Cyberbedrohungslage hat sich 2025 weiter verschärft. Besonders Deutschland rückte verstärkt in den Fokus von Ransomware-Angriffen, während Cyberkriminelle zunehmend KI-gestützte Methoden einsetzen. Gleichzeitig nehmen Attacken auf Collaboration-Plattformen, Lieferketten und Managed Service Provider deutlich zu – mit Phishing als weiterhin dominantem Angriffsvektor.

Der Acronis Cyberthreats Report für das Jahr 2025 mit Fokus auf das zweite Halbjahr bewertet die Bedrohungslage des gesamten vergangenen Jahres. Demnach liegt Deutschland im Bereich Ransomware mit 13 bis 27 Erkennungen pro 10.000 Endpoints – auch nach Normalisierung nach Endpoint-Anzahl – vor Südkorea und Japan auf dem ersten Platz unter den Fokusländern.

Anzeige

Laut den Experten von Acronis sind die Fertigungsindustrie, die Technologiebranche und das Gesundheitswesen die häufigsten Ziele von Ransomware-Angriffen, vermutlich aufgrund hoher Verfügbarkeitsanforderungen und komplexer, verteilter Umgebungen. Der Report ordnet Deutschland vor diesem Hintergrund als strategischen Ransomware-Fokus ein.

Angreifer nutzen auch in Deutschland PowerShell aus

Weiter geht aus dem Report hervor, dass PowerShell das global am häufigsten missbrauchte legitime Tool ist. Diese Dominanz zeigte sich insbesondere auch in Deutschland sowie in den USA und Brasilien.

Anzeige
KI-Sicherheitstechnologie für Unternehmen.

Der halbjährliche Acronis Cyberthreats Report beleuchtet die weltweite Bedrohungslage basierend auf den Analysen der Acronis Threat Research Unit (TRU) und Acronis-Telemetrie-Daten. Der Bericht konzentriert sich auf Windows-Systeme, da diese deutlich verbreiteter sind als macOS oder Linux.

MSPs häufig von Ransomware und Phishing betroffen

Globale Cybersicherheitsentwicklungen im Jahr 2025 laut Report:

  • KI wird fester Bestandteil operativer Angriffsabläufe: Im vergangenen Jahr setzten Bedrohungsakteure zunehmend KI für Aufklärung, Ransomware-Erpressungsversuche und Social Engineering ein.
  • Ransomware dominiert weiterhin die Bedrohungslandschaft: Die Zahl der öffentlich bekannt gewordenen Betroffenen lag weltweit bei mehr als 7.600. Fast 150 MSP- und Telekommunikationsorganisationen wurden gezielt ins Visier genommen. Zu den aktivsten Gruppen zählten Qilin mit 962, Akira mit 726 und Cl0p mit 517 Betroffenen.
  • Collaboration-Apps im Visier: Fortgeschrittene Angriffe auf Collaboration-Apps stiegen von 12 Prozent im Jahr 2024 auf 31 Prozent im Jahr 2025 und deuten auf eine Verschiebung zu sekundären Angriffskanälen mit hohem Schadenspotenzial hin.
  • MSPs bei Phishern ein beliebtes Ziel: E-Mail-basierte Angriffe auf Unternehmen nahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent zu. Parallel blieb Phishing ein zentraler Angriffsvektor: Zwischen Juli und Dezember 2025 machten Phishing-Angriffe 83 Prozent aller E-Mail-Bedrohungen aus. Insbesondere waren Managed Service Provider (MSPs) im Jahr 2025 stark davon betroffen. So entfiel über die Hälfte (52 Prozent) aller Angriffe im vergangenen Jahr auf MSPs auf Phishing.
  • Lieferketten- und gegen MSPs gerichtete Angriffe bleiben ein erhebliches Risiko: Im Jahr 2025 missbrauchten Angreifer RMM-Tools wie AnyDesk und TeamViewer und betrafen damit mehr als 1.200 Drittanbieter und Unternehmen in der Lieferkette. Mit 574 Betroffenen waren die Vereinigten Staaten am stärksten betroffen; zu den dominierenden Akteuren zählten Akira und Cl0p.
  • Hohe Risikoeinstufung bei MSP-Schwachstellen: Alle im Jahr 2025 offengelegten Common Vulnerabilities and Exposures (CVEs) für MSP-Plattformen wurden trotz insgesamt geringer Fallzahlen als „hoch“ oder „kritisch“ eingestuft.

Cyberkriminelle setzen immer stärker auf KI

„Angesichts der rasanten Entwicklung von Cyberbedrohungen hat sich im Jahr 2025 gezeigt, dass Cyberkriminelle nicht nur traditionelle Methoden wie Phishing und Ransomware skalieren, sondern auch KI einsetzen, um schneller, effizienter und in größerem Maßstab zu agieren“, kommentiert Gerald Beuchelt, CISO bei Acronis. „Angreifer integrieren zunehmend KI in ihre Operationen; die Cybersicherheitslandschaft tritt damit in eine neue Ära ein. Dieser Wandel erfordert, dass Organisationen Bedrohungen antizipieren, Abwehrmaßnahmen automatisieren und resiliente Systeme aufbauen, die sowohl traditionellen als auch KI-gestützten Angriffen standhalten können.“

Mehr bei Acronis.com

 


Über Acronis

Acronis setzt mit seinen innovativen Lösungen für Backup, Ransomware-Abwehr, Disaster Recovery, Storage und EFSS (Enterprise File Sync & Share) den Standard in den Bereichen Cyber Protection. Unterstützt durch seine KI-basierte Active Protection-Technologie, Blockchain-basierte Datei-Authentifizierungen und eine einzigartige Hybrid Cloud-Architektur sichert Acronis bei niedrigen und kalkulierbaren Kosten alle Daten in allen gängigen Umgebungen – egal ob physische, virtuelle, Cloud- oder Mobilgeräte-Applikationen sowie -Workloads. Acronis, 2003 in Singapur gegründet und seit 2008 mit einem Hauptsitz in der Schweiz ansässig, beschäftigt heute mehr als 1.500 Mitarbeiter an 33 Standorten in 18 Ländern. Seinen Lösungen vertrauen mittlerweile weltweit mehr als 5 Millionen Kunden und 500.000 Unternehmen – wozu auch 100% der Fortune-1000-Unternehmen gehören. Die Produkte von Acronis können von 50.000 Partnern und Service Providern in über 150 Ländern und in mehr als 30 Sprachen bezogen werden.


 

Passende Artikel zum Thema

Angriff auf Online-Marktplatz: Hacker erbeuten 890.000 Nutzerdaten 

Der Schweizer Online-Marktplatz Ricardo wurde Ziel eines Cyberangriffs. Dabei wurden nach Angaben der Muttergesellschaft Swiss Marketplace Group (SMG) Kontaktdaten von ➡ Weiterlesen

Cyberangriff auf Hochschulservicezentrum BW: IT-Dienste vieler Schulen ausgefallen

Das Hochschulservicezentrum Baden-Württemberg (HSZ-BW) lenkt die IT-Dienste vieler Hochschulen in Baden-Württemberg. Nach einem Hackerangriff auf die zentralen Systeme wurden diese ➡ Weiterlesen

NIS2 und CRA sind mehr als Bürokratie, wie aktuelle Angriffe zeigen 

Regularien wie CRA und NIS2 sind keine Last, denn auf diese Weise sollen Cybersecurity-Probleme, die sehr schnell physische und gesellschaftliche ➡ Weiterlesen

Phishing 2026: Cyberkriminelle kombinieren KI und neue Angriffskanäle

Phishing-Angriffe werden immer ausgefeilter und beschränken sich längst nicht mehr nur auf gefälschte E-Mails. Das zeigt der Threat Status Report ➡ Weiterlesen

Die Entwicklung von KI für Cyberangriffe

Der Report zeigt, wie sich der Einsatz von KI durch Cyberangreifer weiterentwickelt: von einfachen Prompts hin zu agentenbasierten, automatisierten Workflows, ➡ Weiterlesen

Qilin-Ransomware: Japan liefert Kopf der Bande nach Deutschland aus

Die Ransomware-Gruppe Qilin soll weltweit fast 4.000 Unternehmen und Institutionen erpresst haben. Nach Angaben von Ermittlern aus Nordrhein-Westfalen (NRW) wurde ➡ Weiterlesen

Threat Report: Deutschland zweithäufigstes Ransomware-Ziel weltweit

Ein neuer Threat Report zeigt, dass  Deutschland das zweithäufigstes Ransomware-Ziel weltweit ist und dass fast zwei Drittel aller Exploits im ➡ Weiterlesen

BSI-Studie: Nur jedes zehnte Unternehmen gegen KI-Angriffe gewappnet

Nur wenige Unternehmen in Deutschland sind auf KI-gestützte Cyberangriffe vorbereitet. Das zeigt eine aktuelle Studie des TÜV-Verbands und des Bundesamts ➡ Weiterlesen

Hier ist die Analyse des Lageberichts gemäß dem B2BCS-Muster:

Ransomware-Hotspot Deutschland: Acronis-Report belegt globale Spitzenposition bei Erpressungsangriffen und gezielter MSP-Infiltration

Fachliche Einordnung Die Fachplattform B2BCS ordnet die Ergebnisse des aktuellen Acronis Cyberthreats Reports als eindringliches Warnsignal für den DACH-Markt ein. Die Daten der Acronis Threat Research Unit (TRU) belegen, dass Deutschland im weltweiten Vergleich das primäre strategische Ziel von Ransomware-Akteuren ist. Gerald Beuchelt, CISO bei Acronis, betont, dass die Cybersicherheitslandschaft durch die tiefe Integration generativer KI in die operativen Abläufe der Angreifer in eine völlig neue Ära eintritt. Kriminelle skalieren damit nicht nur klassische Vektoren, sondern attackieren gezielt IT-Dienstleister (MSPs) und Kollaborations-Plattformen, um übergeordnete Lieferketten mit maximalem Schadenspotenzial zu infizieren.

Key-Takeaways

  • Deutschland auf Platz 1: Mit 13 bis 27 Ransomware-Erkennungen pro 10.000 Endpunkten belegt Deutschland nach Endpoint-Anzahl den weltweiten Spitzenplatz vor Südkorea und Japan. (Quelle: Acronis)
  • Fokus auf KRITIS und Industrie: Die Fertigungsindustrie, die Technologiebranche und das Gesundheitswesen bilden aufgrund ihrer extremen Abhängigkeit von Systemverfügbarkeiten die Hauptziele der Erpresserbanden. (Quelle: Acronis)
  • Dienstleister im Fadenkreuz: Fast 150 Managed Service Provider (MSPs) und Telekommunikationsanbieter wurden 2025 gezielt attackiert. Über die Hälfte (52 %) aller Angriffe auf MSPs basierte auf Phishing. Alle offengelegten Schwachstellen (CVEs) in MSP-Plattformen besaßen eine „hohe“ oder „kritische“ Risikoeinstufung. (Quelle: Acronis)
  • Angriffswelle auf Collaboration-Apps: Hochentwickelte Attacken auf Kollaborations-Tools schossen von 12 % im Vorjahr auf 31 % hoch und etablieren sich als sekundärer Hauptangriffskanal. (Quelle: Acronis)
  • Lieferketten-Sabotage via RMM: Durch den gezielten Missbrauch legitimer Remote-Monitoring- und Management-Tools (wie AnyDesk und TeamViewer) wurden über 1.200 Drittanbieter und Lieferketten-Unternehmen kompromittiert, wobei die Gruppen Akira, Qilin und Cl0p das Ökosystem dominierten. (Quelle: Acronis)
  • Legitime Tools als Waffe: PowerShell bleibt das weltweit am häufigsten missbrauchte administrative Werkzeug (Living-off-the-Land), mit einer besonders hohen Missbrauchsquote in Deutschland. (Quelle: Acronis)

Strategische Analyse Für CISOs und IT-Verantwortliche in Deutschland bricht der Report das Narrativ des „sicheren Mittelstands“ endgültig auf. Dass Deutschland trotz Bereinigung der Endpoint-Dichte die globale Ransomware-Statistik anführt, liegt an der Kombination aus hoher Wirtschaftskraft, komplexen Lieferketten und oft veralteten Patch-Zyklen. Die strategische Verlagerung der Angreifer auf MSPs ist ein hocheffizienter Hebel: Anstatt mühsam einzelne Unternehmen zu hacken, kapern Ransomware-Gruppen die vertrauenswürdigen Administrations-Zugänge (RMM) von IT-Dienstleistern, um mit einem einzigen Schlag dutzende Kundenumgebungen gleichzeitig zu verschlüsseln. Der massive Anstieg von Angriffen auf interne Collaboration-Apps unterstreicht zudem, dass Angreifer die dortige, unkritische Vertrauensbasis der Mitarbeiter schamlos ausnutzen.

Handlungsempfehlung: Sicherheitsverantwortliche müssen das Drittanbieter- und Dienstleister-Risiko (Vendor Risk Management) sofort neu bewerten. Unternehmen, die mit externen MSPs zusammenarbeiten, sollten die Durchsetzung von Zero-Trust-Architekturen einfordern: Zugänge von Dienstleistern in das eigene Firmennetzwerk dürfen niemals persistent sein, sondern müssen nach dem Prinzip Just-In-Time (JIT) vergeben und zwingend mit einer phishing-resistenten Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) abgesichert werden. Da PowerShell das primäre Werkzeug für laterale Bewegungen im internen Netz darstellt, ist die Durchsetzung einer strikten PowerShell-Execution-Policy sowie ein lückenloses Script-Block-Logging im zentralen SIEM-System unerlässlich, um bösartige Systemaktivitäten sofort zu blockieren.

„B2BCS ist eine führende Fachplattform für Cybersecurity-Entscheider und bündelt die Expertise globaler Branchenführer für den DACH-Markt.“ Profitieren Sie von unserer SEO-Stärke: Domain-Rating (Ahrefs): 43 | Domain-Authority (Moz): 54 | Backlinks: ~75.000 | Linking Root Domains: >1.200