Betrugsinfrastruktur auf Basis des chinesischen Frameworks DCloud

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Ein Unternehmen für hybrides Multi-Cloud-Networking und proaktive Sicherheit hat aufgedeckt, dass Cyberkriminelle ein Framework namens DCloud Uni-App (DCloud) für Betrug in großem Stil nutzen. Laut Untersuchungen des Security-Teams von Infoblox Threat Intel bildet DCloud die Grundlage für mindestens 236.493 verschiedene Second-Level-Domains, die als Betrugsinfrastruktur dienen. Dazu liefen mehr als fünf Millionen Verbindungsversuche von 985 Organisationen aus 25 Branchen.

Diese Zahl entstand durch Zugriffe von Mitarbeitenden verschiedener Unternehmen, oft nach dem Anklicken von Links, die über WhatsApp, Telegram oder soziale Medien versendet wurden. Die Angriffspalette reicht von gefälschten Krypto-Börsen über mehrsprachige „Pig-Butchering“-Aktionen (Online-Beziehungs- und Anlagebetrug), WhatsApp-Phishing-Netzwerken sowie gefälschten Glücksspielplattformen und Marken-Websites, bis zu Krypto-Wallet-Drainern. „Das Betrugsproblem betrifft nicht mehr nur Verbraucher oder einzelne Mitarbeitende, sondern auch ganze Unternehmen“, erklärt Zach Edwards, Staff Threat Researcher bei Infoblox. „Wenn betrügerischer Datenverkehr auf Arbeitsgeräte und in Firmennetzwerke gelangt, tragen Unternehmen die Folgen. Dazu zählen Personalverlust, mögliche Datenlecks sowie eine erforderliche strengere Kontrolle durch die Unternehmensleitung.“

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Vom Kosumenten in die Firmen

Bekannt wurde DCloud bereits im Jahr 2024. Damals sorgte eine kleine argentinische Stadt namens San Pedro für internationale Schlagzeilen, als Tausende Einwohner entdeckten, dass eine von ihnen unterstützte Krypto-Plattform ein Scam war. Diese Plattform, RainbowEx, stand im Mittelpunkt der Berichterstattung. Doch sie war kein Einzelfall. Sie basierte auf einer wiederverwendbaren Vorlage, die mit Hilfe des chinesischen Open-Source-Toolkits DCloud entwickelt wurde. Dieses ist nun auch mit den über 236.000 Betrugsseiten weltweit verknüpft, die zum Großteil auch mit Unternehmensnetzwerken verknüpft sind.

Dieser Fall zeigt, dass Betrugsversuche, die ursprünglich auf Verbraucher abzielten, jetzt zunehmend über private Geräte und Büronetzwerke in den Arbeitsbereich eindringen. Sie führen zu Risiken durch Betrug und Datenlecks, die neue Herausforderungen für die Vorstandsebene darstellen. Herkömmliche Phishing-Schulungen decken diese Gefahren nicht vollständig ab. Wenn Unternehmen diese Betrugsversuche am Arbeitsplatz ignorieren, werden sie die Kosten dafür tragen müssen.

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