Die Coca-Cola Tochter Fairlife, der Hersteller für ultrafiltrierte Milch und Proteinshakes wurde Opfer einer Cyberattacke durch die Anubis-Ransomware-Gruppe. Laut ihrer Leak-Seite will die Gruppe 680 GByte Daten in Form von über 500.000 Dateien erbeutet haben.
Coca-Cola hat den Cyberangriff auf seine Tochter Fairlife am 16. Juli 2026 über eine Form 8-K bei der US-Börsenaufsicht SEC gemeldet. Eine Form 8-K ist ein Pflichtbericht für börsennotierte Unternehmen in den USA, mit dem wesentliche, nicht planmäßige Ereignisse zeitnah öffentlich gemacht werden, wie etwa Cybervorfälle. Eine andere offizielle Meldung zu dem Vorfall gibt es nicht.
Anubis-Gruppe will Daten erbeutet haben
🔎 Darknet: Die Anubis-Gruppe führt Fairlife auf ihrer Opferliste und will 680 GByte Daten erbeutet haben.
Laut diverser Meldungen sollen Teile der Fairlife-Produktionsumgebung in den USA vorübergehend beeinträchtigt gewesen sein. Coca-Cola erklärte dabei zugleich, dass Produktqualität und Produktsicherheit nicht betroffen seien und die Aktivitäten normal liefen. Die Angaben von Anubis deuten auf einen Angriff auf operative Systeme hin, der die Produktion maximal kurzfristig stören konnte, ohne dass daraus bislang ein nachweisbarer Schaden an den Produkten selbst entstanden wäre.
Die Gruppe Anubis bekannte sich später zu dem Vorfall und behauptet rund 680 GByte an Daten entwendet und die Nutanix-Infrastruktur von Fairlife verschlüsselt zu haben. Unabhängig verifiziert ist das bisher nicht, doch die Erpresser drohen auf ihrer Leak-Seite im Darknet mit einer Veröffentlichung der Daten, falls keine Verhandlungen aufgenommen würden.
Anubis-Ransomware-Gruppe ist sehr aktiv
Anubis trat laut den vorliegenden Berichten Ende 2024 erstmals sichtbar auf und wird als Ransomware-as-a-Service-Gruppe eingeordnet. Die Gruppe arbeitet typischerweise mit Double Extortion: Systeme werden gestört oder verschlüsselt, parallel wird mit der Veröffentlichung gestohlener Daten gedroht, um den Druck auf das Opfer zu erhöhen. Ihre verstärkte Aktivität zeigt sich auch darin, dass Anubis in kurzer Zeit mehrere prominente Opfer öffentlich beansprucht und dabei aggressiv mit Leak-Drohungen operiert.
Ein zusätzlicher Risikofaktor ist die von Forschern beschriebene destruktive Komponente, die Anubis in einzelnen Fällen als Wiper-Modus einsetzt oder zumindest andeutet; damit steigt die Gefahr, dass ein Angriff nicht nur Daten abzieht, sondern auch Wiederherstellung und Betriebsfähigkeit massiv erschwert. Neue Forschungsergebnisse aus fast sechs Monaten Incident-Response-Untersuchungen zeigen die von der Anubis-Ransomware genutzte Angriffstaktik und wie sie weiter mit den Opfern umgehen.
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