Ein riesiges Leak mit rund 24 Milliarden Zugangsdaten sorgt für neue Sicherheitsbedenken: Die aggregierten Datensätze stammen wohl von Infostealer-Malware und früheren Datenpannen weltweit. Unternehmen sind besonders durch Credential-Stuffing-Angriffe gefährdet.
Eine aktuelle Analyse von Cybernews weist auf eine der größten bislang bekannten Sammlungen kompromittierter Zugangsdaten hin. Demnach umfasst das aggregierte Datenpaket rund 24 Milliarden Datensätze, die überwiegend aus Infostealer-Kampagnen sowie zuvor bekannten Datenlecks stammen. Die Daten wurden auf einem offenen und für jeden verfügbaren Elasticsearch-Cluster gefunden, der aber inzwischen geschlossenen wurde.
Große Sammlung von 24 Milliarden Zugangsdaten
Nach Einschätzung der Analysten handelt es sich nicht um einen einzelnen Sicherheitsvorfall, sondern um eine Zusammenführung zahlreicher Datenquellen. Im Fokus stehen insbesondere Infostealer-Malware-Familien, die Zugangsdaten aus Browsern, Anwendungen und lokalen Systemen extrahieren. Die Datensätze bestehen typischerweise aus URL, Benutzername und Passwort und sind damit unmittelbar für weiterführende Angriffe nutzbar.
Für Unternehmen erhöht sich dadurch signifikant das Risiko automatisierter Credential-Stuffing-Angriffe. Wiederverwendete Zugangsdaten ermöglichen Angreifern den Zugriff auf Webanwendungen, Unternehmensnetzwerke, VPN-Infrastrukturen sowie Cloud- und E-Mail-Dienste. Die Skalierbarkeit solcher Angriffe stellt insbesondere für Organisationen mit unzureichend abgesicherten Authentifizierungsprozessen ein erhebliches Gefährdungspotenzial dar.
Auch aktuelle Zugangsdaten mit dabei
Laut den Experten ist ein erheblicher Teil der Datensätze als aktuell eingestuft. Dies deutet darauf hin, dass die zugrunde liegenden Kompromittierungen erst kürzlich erfolgt sind und ein Teil der Zugangsdaten weiterhin gültig sein dürfte. Vor diesem Hintergrund sollten Unternehmen ihre Schutzmaßnahmen gezielt überprüfen. Dazu zählen insbesondere die flächendeckende Implementierung von Multi-Faktor-Authentifizierung, die Durchsetzung strenger Passwort-Richtlinien sowie regelmäßige Überprüfungen gegen bekannte Leak-Datenbanken. Ergänzend gewinnen Endpoint-Schutzlösungen zur Erkennung von Infostealer-Aktivitäten sowie risikobasierte Zugriffskontrollen zunehmend an Bedeutung.
Mehr bei Cybernews.com